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15.09.2015

10:59 Uhr

Martin Blessing

Commerzbank-Chef hält sich bedeckt zur eigenen Zukunft

Es gab Zeiten, da machten Gerüchte zu möglichen Nachfolgern von Martin Blessing die Runde. Nun aber wird darüber spekuliert, ob der Vertrag, der im Oktober 2016 ausläuft, verlängert werden könnte.

Der Chef der Commerzbank steht seit 2008 an der Spitze des Instituts. Reuters

Martin Blessing

Der Chef der Commerzbank steht seit 2008 an der Spitze des Instituts.

HamburgMartin Blessing lässt sich nicht in die Karten schauen, ob er die Commerzbank über Oktober 2016 hinaus weiter leiten möchte. Das Thema sei noch nicht akut, signalisierte Blessing auf einer Veranstaltung der „Zeit“ in Hamburg.

Er müsse nach seinen Vertragsbedingungen spätestens sechs Monate vor Ende der Laufzeit mit dem Aufsichtsrat über eine Verlängerung verhandeln. Dies sei dann zwischen November und April kommenden Jahres. „In dem Zeitraum, bin ich ganz sicher, bespreche ich das Thema mal mit dem Aufsichtsrat.“

Der 52-Jährige hatte den Posten des Konzernchefs bei Deutschlands zweigrößter Bank im Mai 2008 übernommen, kurz bevor die Commerzbank in ihre tiefste Krise stürzte und in der Finanzkrise mit 18 Milliarden Euro vom Staat gerettet werden musste.

Die Bank lässt die Krise allmählich hinter sich, denn sie steuert in diesem Jahr auf einen Milliardengewinn zu. Nach sechs Monaten verdoppelte sich der Nettogewinn bereits auf 646 (Vorjahr: 300) Millionen Euro. Blessing sprach von sehr guten Zahlen, nicht nur im Vergleich zu 2014, sondern auch gegenüber den Markterwartungen.

Er warnte allerdings, man dürfe diese Zahlen nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Denn das erste Halbjahr sei traditionell etwas besser als das zweite. „Lassen Sie uns mal gucken, wie das zweite Halbjahr ausgeht.“

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Sich selbst gönnt der Commerzbank-Chef dieses Jahr wieder einen Bonus. Seine Aktionäre gehen dagegen leer aus. Sie müssen eine Kapitalerhöhung dulden und bekommen frühestens nächstes Jahr eine Dividende. Das passt nicht.

Blessing bekräftigte, dass die Bank ihr Schiffsgeschäft weiter abbaue. „Wir werden dieses Thema weiter runterfahren.“ Das Volumen bei Schiffsfinanzierungen von rund 25 Milliarden Euro vor der Finanzkrise sei bis Mitte 2015 auf etwa elf Milliarden Euro gesunken. Der zunehmenden Digitalisierung im Bankgeschäft blickt Blessing für sein Haus gelassen entgegen. „Ich sehe das eher als Chance, denn als Bedrohung.“

Von

rtr

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