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03.05.2017

12:09 Uhr

Martin Zielke

Aktionäre geben Commerzbank-Chef eine „glatte Vier“

Die Commerzbank steckt wiedermal im Umbau. Bei Aktionären des Konzerns kommt das nicht gut an – auf der Hauptversammlung machen sie ihrem Ärger Luft. Doch Vorstandschef Martin Zielke macht ihnen auch Hoffnung.

Martin Zielke: Der Commerzbank-Chef stellt die Aktionäre auf eine harte Probe. Reuters

Martin Zielke

Martin Zielke: Der Commerzbank-Chef stellt die Aktionäre auf eine harte Probe.

FrankfurtAuch acht Jahre, nachdem die Commerzbank vom Steuerzahler gerettet werden musste, steckt sie noch immer im Umbau. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch machten die Aktionäre ihrem Ärger Luft – und kritisierten die Antrittsbilanz von Martin Zielke, der im vergangenen Jahr den Vorstandsvorsitz des Instituts übernommen hatte. „Herr Zielke, wir Aktionäre geben Ihnen eine glatte Vier“, sagte der Rechtsanwalt und Aktionärsvertreter Klaus Nieding. Die Bank habe ihre selbstgesteckten Ziele in den vergangenen Jahren wiederholt verfehlt. Zielke müsse sich nun anstrengen, sonst „drohe ihm eine Fünf“.

Zielke hat der Commerzbank einen erneuten Umbau verordnet. Bis 2020 will er das Institut zur „Commerzbank 4.0“ entwickeln. Tausende Mitarbeiter sollen die Bank verlassen. Bei den Mitarbeitern warb Zielke um Verständnis für seine Pläne. „Ich weiß, dass wir Ihnen einiges abverlangen“, sagte Zielke. „Ich möchte aber auch, dass Sie wissen, wofür wir das gemeinsam tun.“

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Die Commerzbank steckt nicht mehr in der Existenzkrise, aber mitten in einem schwierigen Umbau. Chef Zielke verspricht eine moderne Bank mit satten Erträgen. Doch er stellt die Geduld der Aktionäre auf eine harte Probe.

Die Bank müsse auf die niedrigen Zinsen, die Regulierung, den starken Wettbewerb und die Digitalisierung reagieren. „Wir richten die Bank fundamental neu aus“, sagte Zielke. Die Gespräche mit dem Betriebsrat über den geplanten Stellenabbau hätten begonnen. „Die Atmosphäre ist konstruktiv und zielorientiert“. Netto sollen rund 7300 Stellen bei der Bank wegfallen. „Dabei spielen Altersmodelle eine wichtige Rolle“, sagte Zielke.

Wegen des Umbaus sollen Aktionäre in diesem und wohl auch in den kommenden Jahren auf ihre Dividende verzichten. „Wir müssen jetzt investieren, um langfristig Erfolg zu haben“, sagte Zielke. Der Umbruch im Bankenmarkt finde jetzt statt. „Es wird Verdrängung geben. Die Marktanteile werden neu verteilt. Da wollen wir als Commerzbank ein großes Stück vom Kuchen.“

Mit dem Ergebnis des ersten Quartals zeigte sich Zielke zufrieden. „Wir sind gut in das neue Jahr gestartet“, sagte Zielke. „Die Ergebnisse sind ordentlich ausgefallen“. Im Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden habe die Bank rund 150.000 neue Kunden dazugewonnen. Ihre Zahlen für das erste Quartal legt die Bank am 9. Mai vor.

Die Aktionäre konnte Zielke damit nicht besänftigen. Markus Kienle von den Aktionärsvereinigung SdK kritisiert, Zielke könne mit der Neuausrichtung des Geschäftsmodells keine Antwort auf ein dauerhaftes Niedrigzinsumfeld geben. „Wir verdienen die Kapitalkosten nicht - das kann nicht die Antwort sein“, sagt Kienle. Er forderte, dass das Management angesichts der niedrigen Profitabilität der Bank auf variable Boni verzichten solle.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

03.05.2017, 15:17 Uhr

Sehr geehrter Herr Brächer,

ich lese soeben in Ihrem Blatt, was bei dem großen Konkurrenten der Commerzbank vor sich geht. Bei der Deutschen Bank ist die chinesische Firma HNA mit einem Anteil von 9,9 % zum größten Anteilseigner geworden.

Vielleicht ein Modell auch für die Commerzbank? Teilverkäufe bringen auf jeden Fall einmal cash ins Haus. Und vielleicht bringen die Chinesen auch Expertise mit, die für die Geschäftsführung hilfreich ist.

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