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19.05.2014

08:18 Uhr

Massive Kapitalerhöhung

Deutsche Bank holt sich Scheich an Bord

ExklusivDie Deutsche Bank holt sich frisches Geld – und einen Scheich als neuen Großaktionär. Es geht um acht Milliarden Euro, die zweithöchste Kapitalerhöhung in der Geschichte des größten deutschen Geldhauses.

Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank

Scheich-Dollars für künftige Krisen

Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank: Scheich-Dollars für künftige Krisen

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FrankfurtDie Deutsche Bank will den Befreiungsschlag wagen. Deutschlands größtes Geldhaus will mit der zweitgrößten Kapitalerhöhung ihrer Geschichte rund acht Milliarden Euro einnehmen. Davon seien 1,75 Milliarden Euro bereits bei einem Ankerinvestor aus Katar platziert worden, teilte das Institut am Sonntagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Der neue Großaktionär soll damit den Erfolg der Platzierung absichern.

Zusätzlich würden 300 Millionen neue Aktien auf den Markt geworfen. Der Ausgabepreis und das Bezugsverhältnis werde am 4. Juni festgelegt, hieß es in einer Analysten-Präsentation der Bank am Montagmorgen. Die Aktionäre nun haben vom 6. Juni an zweieinhalb Wochen Zeit, die Kapitalerhöhung zu zeichnen. Vorbörslich gab die Deutsche-Bank-Aktie am Montag zunächst nur um 1,6 Prozent nach.

Mit dieser massiven Kapitalerhöhung erreicht das Geldhaus vorzeitig die Vorgaben für seine maximale Verschuldungsquote. Die Leverage Ratio werde damit auf 3,1 von 2,5 Prozent steigen, erklärte die Bank. Damit räumte sie erstmals offen ein, dass sie die künftige Vorgabe von mindestens 3,0 Prozent bisher nicht erreicht hat.

Diese Banken haben die beste Kernkapitalquote

Platz 8

Crédit Agricole (Frankreich) – 9,0 Prozent

Kernkapitalquote nach Basel III ausgewählter Banken, 1. Quartal 2014, Quellen: Bloomberg, Thomson Reuters

Platz 7

Deutsche Bank – 9,5 Prozent

Platz 4

Bank of America (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

JP Morgan (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

Barclays (Großbritannien) – 9,6 Prozent

Platz 3

BNP Paribas (Frankreich) – 10,6 Prozent

Platz 2

HSBC (Großbritannien) – 10,8 Prozent

Platz 1

UBS (Schweiz) – 13,2 Prozent

Banken müssen nach den Vorschriften des Regelwerks Basel III Eigenkapital in Höhe von mindestens drei Prozent ihres Risikokapitals vorhalten. Damit wollen die Regulierer verhindern, dass die Geldhäuser ihre Bilanz über Gebühr aufblähen. Die Zwangswandelanleihen (CoCo-Bonds) im Volumen von bis zu fünf Milliarden Euro, die die Deutsche Bank bis 2015 begeben will, sind in der Rechnung bisher nicht enthalten.

Der Kapitalschritt der Deutschen Bank kommt früher als von vielen Analysten erwartet. Aber nach Informationen des Handelsblatts spürte das Topmanagement der Deutschen Bank den Zeitdruck. Jain und Fitschen befürchten offenbar, dass die Stresstests der Europäischen Zentralbank eine Welle von Kapitalerhöhungen in der Bankenbranche auslösen werden. Und die Deutsche wollte vor der Konkurrenz am Markt sein. Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena hat bereits eine fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung auf den Weg gebracht.

Der Milliardendeal der Deutschen Bank besteht aus zwei Teilen. Ein Teil der neuen Aktien soll nach Informationen des Handelsblatts unter Ausschluss des Bezugsrechts an den Großinvestor aus Katar gehen. Der Rest der Kapitalerhöhung soll auf eine Platzierung mit Bezugsrechten entfallen, die von den beteiligten Investmentbanken voll garantiert wird. Die neuen Anteile werden voraussichtlich - wie bei Kapitalerhöhungen dieser Größenordnung üblich - mit einem Abschlag von 25 bis 30 Prozent auf den aktuellen Kurs angeboten. Bis Ende Juni soll die Aufstockung der Reserven abgeschlossen sein.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

19.05.2014, 07:30 Uhr

Dieses "Stresstest" ist doch eh nur eine Farche....
Aber nützlich um viele kleinere Banken loszuwerden und die Macht der korrupten,großen Banken zu stärken.

Account gelöscht!

19.05.2014, 07:49 Uhr

Strategisch und taktisch clever gelöst vom alten Brötchengeber, bevor die ganzen Schrottinstitute im Sommer den Markt anzapfen.

So sieht exzellentes Timing aus, wenn man präventiv denkt und pro-aktiv handelt. Das ist auch Grund, warum man bei der Deutschen Bank im IB gutes Geld verdient, während man andernorts falls überhaupt noch vorhanden, eher am Hungertuch nagt.

Und mit dem teilweise Rückzug bzw. der gar gänzlichen Aufgabe der europäischen Wettbewerber aus dem Geschäftsfeld IB (wie Barclays, RBS, CS und UBS), wird der Kuchen um den sich alle streiten auch wieder kleiner und die Erträge fetter.

Daher 1+ mit Sternchen für das Topmanagement von mir.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.

X_TRADER®
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Account gelöscht!

19.05.2014, 09:18 Uhr


Hallo @ X_Trader !
Würden Sie auch empfehlen, die Aktie jetzt vor der HV
shorten bzw.putten oder erst danach ! LG

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