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05.03.2017

17:30 Uhr

Massive Kapitalerhöhung geplant

Deutsche Bank will acht Milliarden Euro aufnehmen

VonMichael Maisch, Daniel Schäfer

Deutschlands größtes Geldhaus wagt noch einmal einen großen Wurf, um aus der Krise zu kommen. Acht Milliarden Euro frisches Kapital will die Deutsche Bank aufnehmen. Auch die Führung wird neu geordnet.

Vorstandsvorsitzender John Cryan hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Altlasten des Finanzinstituts zu kämpfen. Amtsmüde sei er aber nicht, heißt es in Finanzkreisen. dpa

Deutsche Bank

Vorstandsvorsitzender John Cryan hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Altlasten des Finanzinstituts zu kämpfen. Amtsmüde sei er aber nicht, heißt es in Finanzkreisen.

FrankfurtWeniger als drei Jahre nach der letzten großen Kapitalerhöhung zapft die Deutsche Bank abermals die Anleger an. Rund acht Milliarden Euro will sich Deutschlands größtes Geldhaus am Markt besorgen, wie es am Sonntag nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mitteilte. Das frische Kapital braucht die Bank, um die künftigen Anforderungen der Aufseher zu erfüllen, aber auch um einen Strategieschwenk zu finanzieren.

Denn der Schritt geht mit neuen strategischen Weichenstellungen einher. Die Bank plant nach Informationen aus Finanzkreisen eine Neuordnung ihrer Führungsspitze: Der Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts, Christian Sewing sowie Finanzchef Marcus Schenck sollen zu Co-Vize-Vorstandschefs ernannt werden. Damit steigen zwei Vorstände auf, die schon länger als Kronprinzen für Bankchef John Cryan gehandelt werden. So soll auch ein Teil der Last des Konzernumbaus von Vorstandschef John Cryan genommen werden. Gerüchte über eine Amtsmüdigkeit Cryans wurden in Finanzkreisen allerdings dementiert.

Großaktionäre der Deutschen Bank

Platz 7

Goldman Sachs: 2,65 Prozent

(Quelle: Bloomberg)

Platz 6

Bank of America: 2,77 Prozent

Platz 5

Deutsche Bank: 2,92 Prozent

Platz 4

Supreme Universial Holding: 3,05 Prozent

Platz 3

Paramount Services Holding: 3,05 Prozent

Platz 2

HNA: 4,76 Prozent

Platz 1

Blackrock: 6,07 Prozent

Schenck soll im Laufe des Jahres eine andere Aufgabe übernehmen: Er wird nach Konzernangaben zusammen mit Garth Ritchie die Leitung der neuen - mit dem Handel wieder zusammengeführten - Unternehmens- und Investmentbank übernehmen. Dafür geht Investmentbankchef Jeffrey Urwin von Bord. Über einen Nachfolger als Finanzchef ist noch nicht entschieden. Postbank-Chef Frank Strauß soll im Zuge der Re-Integration der Postbank zusammen mit Sewing das Privat- und Firmenkundengeschäft leiten und dann auch in den Vorstand der Deutschen Bank einziehen.

In Zukunft wird das Frankfurter Geldhaus nach Informationen des Handelsblatts aller Voraussicht nach aus drei großen Bereichen bestehen:

1. Aus dem Privat- und Firmenkundengeschäft inklusive der Betreuung vermögender Kunden und der integrierten Postbank.

2. Hinzu kommt das Asset Management, das mit einem Minderheitsanteil an die Börse gebracht werden soll, und das Investmentbanking, das wieder in eine Sparte zusammengelegt werden soll.

3. Nachdem das Beratungsgeschäft rund anderthalb Jahre vom wichtigen Wertpapierhandel getrennt war, sollen die beiden Bereiche nun wieder vereint werden und vom bisherigen Finanzchef Schenck und Vorstandsmitglied Garth Ritchie geleitet werden. Ritchie ist bislang für den Handel verantwortlich.

Chinesischer Aktionär für die Deutsche Bank: Vertrauensbeweis aus Fernost

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Premium Vertrauensbeweis aus Fernost

Der neue Aktionär aus China kam für die Deutsche Bank nicht überraschend. Der Mischkonzern HNA hat nicht nur beim Aufsichtsrat, sondern auch bei der Regierung vorgefühlt. Die Rückendeckung kann das Institut gebrauchen.

Im vergangenen Herbst musste sich die Deutsche Bank noch gegen Gerüchte über eine Staatsrettung wehren, weil die Anleger fürchteten, dass eine Strafandrohung des US-Justizministeriums das Geldhaus finanziell überfordern könnte. Vom Rekordtief von 9,90 Euro im September hat sich der Kurs aber inzwischen auf rund 19 Euro erholt. Damit ist es für das Institut wieder leichter, eine große Summe am Kapitalmarkt einzusammeln. Der größte Aktionär Katar hatte dafür in der Vergangenheit auch schon Unterstützung signalisiert. Und auch die unlängst neu eingestiegene chinesische HNA-Gruppe dürfte wohl mitziehen.

Kommentare (1)

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Herr Frank Becher

06.03.2017, 10:12 Uhr

Diese Bank hat offensichtlich die Lizenz zur Geldverbrennung. Das gefährlichste Bankhaus der Welt, wie wahr. Aber für üppige Bezüge des oberen Managements reicht es immer noch, verkommen bis ins Mark. Wer soll solchen Bankern vertrauen!

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