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27.06.2012

07:34 Uhr

Massiver Strategieschwenk

Commerzbank trennt sich von der Schifffahrt

Die Commerzbank wirft ihre Pläne für die künftige Konzernstruktur über den Haufen. Sowohl die Schiffsfinanzierung als auch die gewerbliche Immobilienfinanzierung wickelt die Bank ab.

Die Schiffsfinanzierung fällt dem Strategieschwenk zum Opfer. dpa

Die Schiffsfinanzierung fällt dem Strategieschwenk zum Opfer.

FrankfurtDie Commerzbank hat einen umfassenden Strategieschwenk beschlossen. Sie verwirft die Planungen für ein eigenes Kernbanksegment für Immobilien und Schiffsfinanzierung. Die Geschäftsfelder für gewerbliche Immobilien und Schiffsfinanzierung würden vollständig abgebaut, teilte die Bank am Dienstagabend mit. Die CommerzReal, die etwa offene Immobilienfonds anbietet, wird in das Privatkundengeschäft eingegliedert.

Wesentliche Gründe für die Entscheidung seien die hohe Kapitalbindung und die steigenden Liquiditätsanforderungen nach den „Basel III“-Vorschriften. Gerade für langfristige Finanzierungen stiegen die Kapitalanforderungen deutlich. Zudem würden auch künftig starke zyklische Schwankungen im Ergebnis erwartet. Im Privat- und Firmenkundengeschäft werde die Commerzbank aber weiterhin Immobilienfinanzierungen anbieten.

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Auch ein weitergehender Umbau ist nicht ausgeschlossen, teilte die Bank mit. Im Herbst sollen weitere Konsequenzen aus dem jährlichen Planungsprozess verkündet werden. „Strategisches Ziel ist es, die Commerzbank konsequent auf kundengetriebenes und nachhaltig profitables Kerngeschäft zu fokussieren und Risiken sowie Kapitalbindung weiter zu minimieren“, wurde Konzernchef Martin Blessing in einer Mitteilung zitiert.

Die Commerzbank hatte im Frühjahr gemeldet, den Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal vorzeitig abhaken zu können. Die von der EBA Ende 2011 festgestellte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro sei Ende März geschlossen und sogar ein zusätzlichen Puffer von 1,1 Milliarden Euro aufgebaut worden, hatte die Commerzbank erklärt.

Die Commerzbank (rechtes Hochhaus) baut den Konzern um. dapd

Die Commerzbank (rechtes Hochhaus) baut den Konzern um.

Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter war in den ersten drei Monaten des Jahres um 63 Prozent auf 369 (Vorjahr: 985) Millionen Euro geschrumpft und war damit hinter den ohnehin niedrigen Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Die bisherigen Ziele für das laufende Geschäftsjahr blieben auch nach der Ankündigung des Strategieschwenks bestehen, hieß es. Eine Aktualisierung werde es mit den Halbjahreszahlen am 9. August geben. Die Bank hat sich für 2012 nur darauf festgelegt, dass die Rückstellungen für faule Kredite nicht mehr als 1,7 Milliarden Euro ausmachen sollen.

Blessing sagte in einem im Intranet der Bank veröffentlichten Interview zu den Entscheidungen: „Das ist keine Kehrtwende, sondern eine Beschleunigung unseres bisherigen Kurses." Die Bank reagiere damit auch auf die Verschärfung der Staatsschuldenkrise. „Ein rasches Ende der Eurokrise ist nicht absehbar. Daher müssen wir die Risiken weiter konsequent reduzieren und uns auf das Geschäft konzentrieren, das nachhaltig profitabel ist“, so Blessing.

Die EU-Kommission hatte der Commerzbank als Auflage für die in den Jahren 2008 und 2009 erhaltenen Staatshilfen auferlegt, die Tochtergesellschaft Eurohypo AG zu verkaufen. Da sich für den Geschäftsbereich jedoch kein Käufer fand, gab sich die Kommission auch mit einer Abwicklung eines Großteils der Bank einverstanden. Lediglich das Geschäft mit gewerblicher Immobilienfinanzierung in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien sollte in die Commerzbank eingegliedert werden. Von dieser Idee hat sich die Bank jetzt verabschiedet.

Im Zuge der Abwicklung wird die Eurohypo zum 31. August in „Hypothekenbank Frankfurt AG“ umbenannt. Alle anderen Änderungen sollen zum 9. August in Kraft treten, dann würden auch die Zuständigkeiten im Vorstand neu aufgeteilt.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

26.06.2012, 23:35 Uhr

Herr Blessing macht einen guten Job! Er sieht dass die Eurokrise zu immer größeren Rezessionen führen wird, von denen auch Exportdeutschland sich nicht mehr ausklammern kann. Die Konsequenz wird ein starker Rückgang im Bereich der gewerblichen Immobilien und der Containerschiffsfertigung sein. In beiden Bereichen steht zudem zu befürchten dass es zu einer Zunahme von Insolvenzen und damit zu großen Abschreibungen von gewährten Krediten kommen wird.

Speichellecker_Verachter

27.06.2012, 00:47 Uhr

MJM1605:
Speichellecker. Wenn man Herrn Blessing an dem Aktienkurs misst, ist er eine erfolglose Flasche. Mit den verzweifelten Taten versucht er einer Verstaatlichung zu entkommen. Der Hedgefonds Commerzbank ist intransparent und in einem beschissenen Zustand. Also MJM1605 weiterkriechen. Sie wissen wie man Karriere macht. Bückling!

Rechner

27.06.2012, 02:38 Uhr

Erst kauft Blessing die Schiffsbank, dann will er sie wieder loswerden.

Die Argumentation mit den durch Basel III veränderten Rahmenbedingungen ist auch schwachsinnig. Denn der Markt stellt die Margen natürlich auf die höhere Kapitalbindung ein. Ebenso kann man die höhere Kapitalbindung durch Verbriefung von Krediten reduzieren.

Hier wird 'mal wieder eine kurzsichtige Politik gemacht.

Aber was soll man von dem Milliardenvernichter Blessing auch anderes erwarten. Außer daß er sich weiter die eigene Tasche vollstopft.

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Daß eine derartig peinliche Figur wie Blessing trotz Vernichtung von 90% des Vermögens der Aktionäre immer noch nicht von letzteren gefeuert wurde stellt der deutschen Aktienkultur ein vernichtendes Zeugnis aus.

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