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22.05.2012

12:15 Uhr

Massives Finanzloch

Spaniens Banken entwickeln sich zum Fass ohne Boden

Der Internationale Bankenverband malt ein düsteres Bild für Spaniens Banken. Die Institute könnten weitere 76 Milliarden Euro für Kreditausfälle brauchen, rechnet der IIF vor. Weitere Staatshilfe sei unvermeidbar.

Großreinemachen vor einer Bank in Barcelona: Spaniens Banken könnten weitere Milliarden benötigen. dapd

Großreinemachen vor einer Bank in Barcelona: Spaniens Banken könnten weitere Milliarden benötigen.

LondonSpaniens Banken droht dem Internationalen Bankenverband IIF zufolge ein weiteres massives Finanzloch. Mit Blick auf die kriselnde Wirtschaft könnten die Geldhäuser zusätzlich 76 Milliarden Euro brauchen, um Kreditausfälle zu schultern, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten globalen Wirtschaftsbericht des IIF hervorgeht.

Der Verband schätzt die Höhe der faulen Kredite auf bis zu 260 Milliarden Euro. Der Wert gehe auf eine Hochrechnung der erwarteten Verluste im vom EU-Rettungsschirm EFSF gestützten Irland zurück. „Spaniens makroökonomische Aussichten sind schlechter als die von Irland - vor allem was Wachstum und Arbeitslosigkeit angeht“, stellt der IIF fest.

Spanische Banken: Moody's holt zum Rundumschlag aus

Spanische Banken

Moody's holt zum Rundumschlag aus

Die US-Ratingagentur Moody's straft die spanischen Banken ab. Dabei erwischt es auch Schwergewichte wie Santander. Für Spanien kommt das Urteil zu einem heiklen Zeitpunkt. An den Finanzmärkten geht die Angst um.

Die spanischen Kreditinstitute seien dabei, Mittel über 184 Milliarden Euro zusammenzutragen. Damit bliebe eine Lücke von bis zu 76 Milliarden. Der Großteil der Verluste falle auf gewerbsmäßige Immobilienkredite an, die vor allem regionale Sparkassen halten. Diese könnten die Rückstellungen übersteigen und die Hilfe durch den Staat erforderlich machen, konstatiert der IIF.

Das krisengebeutelte Spanien hatte am Montag mitgeteilt, die Beratungsfirmen Oliver Wyman und Roland Berger sollen die heimischen Banken durchleuchten. Damit war das südeuropäische Land in die Offensive gegangen, nachdem die US-Ratingagentur Moody's in der vergangenen Woche 16 spanische Kreditinstitute herabgestuft hatte. Das Einschalten unabhängiger Prüfer gilt als Kernstück, um den Märkten Klarheit über die tatsächlich in den Bilanzen schlummernden Risiken zu verschaffen.

Die spanische Regierung hatte den Bedarf unterkapitalisierter Banken an zusätzlichen Geldspritzen des Staates auf weniger als 15 Milliarden Euro taxiert. Die Banken zwischen Bilbao und Barcelona sitzen nach der 2008 geplatzten Blase am Häusermarkt auf einem Berg von Immobilien-Krediten.

Von

rtr

Kommentare (22)

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wando

22.05.2012, 12:23 Uhr

Faule Kredite von € 260 Milliarden - Peanuts im Vergleich zur spanischen Immobilienblase von insgesamt fast € 1 Billion...siehe Bericht FAZ vom 18./19.05.12

Mazi

22.05.2012, 12:37 Uhr

Es ist an der Zeit statt nach dem Staat zu rufen zu fragen, was haben die Lobbyverbände in eigener Sache unternommen. Gemeint ist hier, was haben sie unternommen die Stabilität des Finanzsystems zu sichern.

Wenn man zum Schluss kommen sollte: "Nichts", dann sollte die Frage erlaubt sein, weshalb wir sie brauchen.

Wie kann es sein, dass sich die Regierungen mit solchen verantwortungslosen, nicht zuständigen Typen weiter drangsalieren und von einer Pfütze in die nächste treiben lassen.

Hat denn keine der Regierungen ein Ehrgefühl?

Account gelöscht!

22.05.2012, 13:03 Uhr

Die haben ihren Glauben, ein Glauben an die jeweiligen Marktphilosophien, die "Selbstreinigungskräfte" des Marktes. Der Wirt hat die Rechnung ohne den Sympionten gemacht.
Wie so oft. Im Westen nichts Neues, und wer hätte es gedacht. Das Psychospiel geht weiter, handeln wir ein bischen mit der Angst des kleinen Sparers, aber diesen trifft es diesmal nicht.
Es sollte die Spekulanten treffen, die sich in Immos verrannt haben. Aber nun gelten plötzlich die "Märkte" nicht mehr. Banken haben sich in Produkte verrannt, die nicht mehr laufen. Das passiert täglich vielen Firmen.
Aber das Beispiel von FB zeigt eben, Psycho ist alles.

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