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11.01.2011

15:35 Uhr

Max von und zu Liechtenstein

"Wir möchten die Marke BHF erhalten"

Die LGT Bank steht kurz vor der Übernahme der BHF Bank, die ein neues Licht auf Liechtenstein werfen könnte. Redakteur Oliver Stock sprach mit dem LGT-Chef, Prinz Max von und zu Liechtenstein über Auslöser, Ziele und Auswirkungen der geplanten Übernahme.

Prinz Max von und zu Liechtenstein. Quelle: Reuters

Prinz Max von und zu Liechtenstein.

Handelsblatt: Es wird künftig strengere Anforderungen an das Eigenkapital von Banken geben. Hat dies die angepeilte BHF-Übernahme verzögert?

Prinz Max von und zu Liechtenstein: Nein, wir haben die LGT immer sehr vorsichtig finanziert und mit viel Eigenkapital ausgestattet. Unsere Kernkapitalquote von über 19 Prozent gehört zu den höchsten in der Branche. Die neuen Eigenkapitalvorschriften waren nie ein entscheidendes Thema im Rahmen der BHF-Überlegungen.

Handelsblatt: Die Verhandlungen um die BHF haben sich hingezogen. Nach der Einigung über eine Buße wegen Beihilfe zu Steuerdelikten ging es schneller. Hat die Einigung den Weg für finale Verhandlungen frei gemacht?

Von und zu Liechtenstein: Da gibt es keinen Zusammenhang. Die zeitliche Nähe der beiden Ereignisse ist rein zufällig. Aber natürlich war die Einigung jetzt hilfreich für unsere zukünftigen Pläne in Deutschland.

Handelsblatt: Die Konkurrenz auf dem deutschen Markt ist intensiv. Wo sehen Sie Ihre Chance?

Von und zu Liechtenstein: Aus unserer Sicht ist der Wettbewerb in Asien, der Schweiz und im Nahen Osten noch weit intensiver. Die deutsche Bankenlandschaft wurde durch die Finanzkrise stark getroffen, die Kräfteverhältnisse haben sich verschoben und bieten ausgezeichnete Chancen für lokal stark positionierte, global vernetzte und langfristig orientierte Banken. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass ein qualitativ hochstehendes Vermögensverwaltungsangebot, wie es die LGT und die BHF bieten, im deutschen Markt auf große Nachfrage stößt.

Handelsblatt: Ist der Zeitplan, bis Ende dieses Quartals zu einem Vertrag zu kommen, nach wie vor realistisch?

Von und zu Liechtenstein: Ja. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir den Zeitplan einhalten können.

Handelsblatt: Liechtensteinische Banken haben es wegen der Steuerdiskussion hierzulande nicht einfach. Was tun Sie für die Reputation?

Von und zu Liechtenstein: Die LGT und Liechtenstein haben die verschiedenen Steuerfragen in den letzten zwei, drei Jahren klar und konsequent adressiert. Dies wird auch von außen so wahrgenommen.

Handelsblatt: Was reizt Sie an der BHF?

Von und zu Liechtenstein: Die BHF hat vor allem im Private Banking und Asset-Management eine ausgezeichnete Kundschaft in ganz Deutschland und ist wie die LGT auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmer und vermögender Kunden ausgerichtet. Was der BHF in den letzten zehn Jahren gefehlt hat, ist eine stabile und langfristig orientierte Eigentümerstruktur und eine nachhaltige und konsequente strategische Ausrichtung. Beides können wir ihr jetzt bieten.

Handelsblatt: Wie hat sich das betreute Vermögen der LGT 2010 entwickelt?

Von und zu Liechtenstein: Bereits im ersten Halbjahr 2010 konnten wir einen sehr erfreulichen Netto-Neugeldzufluss verzeichnen. Diese Entwicklung hat sich auch im zweiten Halbjahr fortgesetzt.

Handelsblatt: Werden LGT und BHF nebeneinander in Deutschland bestehen, oder soll ein Name verschwinden?

Von und zu Liechtenstein: Wir möchten die Traditionsmarke BHF für die Bank erhalten.

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