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19.11.2011

14:22 Uhr

Medienbericht

Ackermann ist „so gut wie gesetzt“

Den Chefsessel im Aufsichtsrat seines Instituts hat Deutsche Bank-Chef Ackermann anfang der Woche ausgeschlagen. Laut einem Medienbericht ist er für einen anderen Posten im Gespräch - im Präsidium von Zurich Financial.

Josef Ackermann bei einem Führungstreffen der "Süddeutschen Zeitung". dpa

Josef Ackermann bei einem Führungstreffen der "Süddeutschen Zeitung".

Zürich/FrankfurtAuf Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann könnte einer Schweizer Zeitung zufolge bereits die nächste Aufgabe warten: Nach seinem Ausscheiden aus der Bank im Mai kommenden Jahres sei der Schweizer „so gut wie gesetzt“ für das Präsidium des Versicherers Zurich Financial, berichtete „Finanz und Wirtschaft“ am Samstag unter Berufung auf das „Innere der Schweizer Versicherungsbranche“.

Bislang steht der ehemalige Daimler-Manager Manfred Gentz an der Spitze des Zurich-Verwaltungsrats. Gentz gibt sein Amt nach sieben Jahren ab. Ackermann ist bislang Gentz' Vize in dem Kontrollgremium. Ein Zurich-Sprecher und die Deutsche Bank wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. In Finanzkreisen hieß es, ein Aufrücken Ackermanns an die Spitze sei eine Option, es gebe aber noch keine Entscheidung.

Sollte Ackermann den Posten bei Zurich übernehmen, hätte er sich den Weg wohl selbst frei gemacht: Anfang der Woche verzichtete er für die Zeit nach seinem Rückzug als Vorstandschef auf einen Einzug in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Laut der Zeitung wäre eine Top-Position in den Aufsichtsgremien zweier so großer Finanzinstitute nicht miteinander vereinbar gewesen.

Der Schweizer hatte seinen Verzicht auf den AR-Posten bei Deutschlands größtem Geldinstitut damit begründet, dass er in der Euro-Schuldenkrise nicht genug Zeit habe, bei Investoren für seine umstrittene Kandidatur zu werben. Aber auch die Ermittlungen der Münchener Staatsanwaltschaft gegen Ackermann im Zusammenhang mit dem Prozess des mittlerweile verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch gegen die Bank dürften die Pläne am Ende torpediert haben. Neuer Chefkontrolleur soll nun Allianz-Vorstand Paul Achleitner werden.

Am Samstag erklärte Ackermann , er denke nicht an einen vorzeitigen Rücktritt zum Jahresende. Auf der kommenden Hauptversammlung im Mai „sprechen wir über das Jahr 2011 und nicht über das Jahr 2012 - und da ist es natürlich eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass der, der das verantwortet hat, dann auch noch den Aktionären Rede und Antwort steht“, sagte Ackermann in Berlin.

Bis zur nächsten Bilanzpressekonferenz im Februar sei er „sowieso noch der, der für die Bank spricht“. Nach seinen Worten wäre es „sehr, sehr falsch, wenn ich einfach hinwerfen würde“. Bis zum Frühjahr sei noch viel zu tun, um der Bank eine neue Struktur zu geben. Ackermann stellte aber auch klar, dass er seinen Nachfolgern Anshu Jain und Jürgen Fitschen nicht im Wege stehen wolle.

Zuvor hatte es nach einem Zeitungsbericht aus dem „obersten Führungszirkel“ der Bank Kritik am Zeitplan für Ackermanns Ablösung gegeben. Mindestens zwei Vorstandsmitglieder des siebenköpfigen Gremiums hätten sich dafür ausgesprochen, dass Ackermann den Chefsessel früher räume. Die Bank wies den Bericht als „frei erfunden“ zurück.

Ackermann sprach sich beim 5. „Führungstreffen Wirtschaft“ der „Süddeutschen Zeitung“ mit Nachdruck gegen eine Aufspaltung der Deutschen Bank aus. „Wir werden nicht die Bank aufteilen.“ Die integrierte Universalbank sei momentan „das stabilste und profitabelste Geschäftsmodell“. Diese Geldinstitute seien alle „gut durch die Krise gekommen“.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Nazi

20.11.2011, 10:33 Uhr

Das ist gut so. Je früher desto besser.

Aber bevor er geht, sollte man nicht vergessen, seine mit ihm "geschlossenen" Verträge auf Sittenwidrigkeit zu prüfen. Verträge, der Inhalt in einem unausgewogenen Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung stehen.

Nicht das hier verstanden werden soll, dass dies nur die üppigen Gehalts- und Bonuszahlungen dieses Herrn betreffen soll. Es gilt auch für die übrigen Managerverträge. Es kann nicht als rechtensangesehen werden, wenn
- Manager für Verluste unverantwortlich zu sein und dennoch Anspruch auf Bonus haben
- Gehalt und Bonus in grassem Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung stehen
- eines oder beide Merkmale nicht an Zielvorgaben gebunden sind.

Dass ein Verstoss der Verträge gegen die guten Sitten verstossen vorliegt, erscheint unzweifelhaft anhand der mittlerweile zahlreichen Rettungsaktionen der kleinen Steuerzahler. Gleiches gilt auch für Verwaltungsakte der Personen, die mit der Finanzaufsicht betraut sind oder waren.

Mazi

20.11.2011, 11:09 Uhr

Sorry! Der ist nicht Nazi sondern Mazi. es war leider ein Tippfehler.

Account gelöscht!

20.11.2011, 12:21 Uhr

Warum ?! " Nazi " passt schon, zu so jemand mit so einem dummen Kommentar.
Da erübrigt sich alles weitere !!!

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