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28.07.2017

18:31 Uhr

Medienbericht

BaFin fühlt sich angeblich von Deutscher Börse getäuscht

Die Finanzaufsicht BaFin fühlt sich angeblich von der Deutschen Börse in der Affäre um die gescheiterte Fusion mit der London Stock Exchange getäuscht. Das meldet der „Spiegel“. Thema sind die Aktienkäufe des Börsenchefs.

Der Konzern steht seit Wochen in den Schlagzeilen aufgrund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. dpa

Deutsche Börse

Der Konzern steht seit Wochen in den Schlagzeilen aufgrund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

FrankfurtDie Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fühlt sich nach einem Bericht des „Spiegel“ von der Deutschen Börse in der Affäre um die gescheiterte Fusion mit der Londoner Börse LSE getäuscht. Erst durch ein Auskunftsersuchen an die britische Börsenaufsicht habe die BaFin erfahren, dass Börsen-Chef Carsten Kengeter seit seinem Amtsantritt im Juni 2015 fast wöchentlich – insgesamt 15-mal – seinen LSE-Kollegen Xavier Rolet getroffen oder mit ihm telefoniert habe. Das berichtete das Nachrichtenmagazin am Freitag unter Berufung auf einen Bericht der Bonner Aufseher.

Die Kontakte ergäben sich aus Rolets Terminkalender. Die Börse habe nur vier Termine zugegeben und den Eindruck erweckt, „ein Startschuss für grundsätzliche Überlegungen zu einem Zusammenschluss“ mit der LSE sei erst im Dezember 2015 gefallen.

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Der Zeitpunkt hat Bedeutung, weil Kengeter im Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro Aktien der Deutschen Börse gekauft hatte. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft ihm Insiderhandel vor, weil er da schon von den Fusionsplänen gewusst habe, die die Aktie später nach oben trieben. Die Ermittlungen haben auch die hessische Börsenaufsicht auf den Plan gerufen, die Kengeters Zuverlässigkeit überprüft. Kengeter hat die Aktien nach eigenen Angaben im Rahmen eines Vergütungsprogramms gekauft, mit dem Aufsichtsratschef Joachim Faber den ehemaligen Investmentbanker langfristig binden wollte.

Laut „Spiegel“ ist die Staatsanwaltschaft Frankfurt der Ansicht, Kengeter hätte die Aktien nicht kaufen dürfen, obwohl die Rechts- und Compliance-Abteilung der Börse ihm das erlaubt habe. Diese habe die Genehmigung auf einer „unzureichend erhobenen Informationslage“ erteilt, Kengeter habe keine Informationen über den Stand der Fusionsverhandlungen geliefert. Durch die mangelnde Prüfung sei „eine Straftat des Beschuldigten Kengeter nicht verhindert“ worden.

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Die Deutsche Börse erklärte am Freitag, sie habe von Anfang an gesagt, dass sie mit den Behörden kooperiere. Sie hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen Geldbußen wegen Insiderhandels und der verspäteten Bekanntgabe der Fusionspläne verhängen und im Gegenzug das Verfahren gegen Kengeter ohne Auflagen einstellen wolle. Letzteres hatten die Behörden aber zurückgewiesen. Über Kengeters Verfahren hätten sie sich noch nicht geäußert.

Auch die BaFin prüft Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Staatsanwälte. Sie habe ihre Bewertung des Falls aber noch nicht abgeschlossen, sagte BaFin-Präsident Felix Hufeld in einem „Deutschlandfunk“-Interview, das am Sonntag ausgestrahlt werden soll. „Da werden wir uns in absehbarer Zeit zu äußern.“ Zu dem „Spiegel“-Bericht äußerte sich die BaFin nicht. Die LSE und die britische Finanzaufsicht FCA nahmen ebenfalls keine Stellung.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Baron v. Fink

28.07.2017, 19:47 Uhr

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