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21.12.2011

15:01 Uhr

Medienbericht

Bafin will Hypovereinsbank vor Mutter schützen

Nach einem Milliardenverlust braucht die italienische Unicredit dringend Kapital. Das soll aber nicht von der Tochter Hypovereinsbank kommen. Eine Vereinbarung mit der Bafin verbietet der HVB, Geld zu transferieren.

Das Logo der Hypo Vereinsbank (HVB) hängt an einer Filiale der Bank in München. dapd

Das Logo der Hypo Vereinsbank (HVB) hängt an einer Filiale der Bank in München.

MünchenDie deutsche Finanzaufsicht will die Hypovereinsbank (HVB) nach einem Medienbericht vor Begehrlichkeiten der italienischen Mutter Unicredit schützen. Angesichts des milliardenschweren Kapitalbedarfs der Unicredit habe sich der Vorstand der HVB verpflichten müssen, das Eigenkapital der Bank oder auch nur Teile davon auf keinen Fall in die Mailänder Konzernzentrale zu transferieren, berichtet das „Manager Magazin“ vorab.

Bafin und HVB wollten den Bericht zunächst nicht kommentieren. HVB-Chef Theodor Weimer hatte die Frage nach möglichen Begehrlichkeiten der Konzernmutter bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen als „theoretische Diskussion“ bezeichnet. Selbst wenn die Unicredit eine solche Anfrage stellen sollte, würden Bundesbank und Bankenaufsicht einschreiten, um einen Kapitalabfluss zu verhindern, zeigte sich Weimer damals überzeugt.

Die Bafin scheint nach den Recherchen des „Manager Magazins“ solche Absichten zumindest nicht auszuschließen. Die Zeitschrift berichtet, die Bankenaufseher hätten zunächst sogar erwogen, einen Schutzschild um das Eigenkapital zu errichten. Sie hätten jedoch davon abgesehen, als die HVB-Spitze sich verpflichtete, das Eigenkapital nicht anzurühren. Auch die Möglichkeiten, dem Mutterhaus über die Vergabe von Krediten Geldspritzen zuzuführen, habe die Bafin eingeschränkt.

Die Unicredit Group hatte im November nach der Bekanntgabe eines Quartalsverlusts von 10,6 Milliarden Euro als erste europäische Bank eine umfangreiche Kapitalerhöhung angekündigt. Sie will sich 7,5 Milliarden Euro frisches Kapital besorgen. Die Unicredit kommt derzeit lediglich auf eine Kernkapitalquote von acht Prozent. Dieser Anteil am besonders sicheren Eigenkapital ist jedoch zu wenig, um die Risiken aus den fast 40 Milliarden Euro an italienischen Staatsanleihen in den Büchern der Bank abzusichern. Die Tochter HVB verfügt dem Bericht zufolge über eine komfortable Quote von knapp 17 Prozent.

Von

dpa

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