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30.05.2014

11:24 Uhr

Medienbericht

BNP Paribas soll zehn Milliarden US-Dollar Strafe zahlen

Das US-Justizministerium fordert einem Medienbericht zufolge von der Großbank BNP Paribas eine Strafzahlung von mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Bank soll Sanktionen gegen den Iran und andere Staaten umgangen haben.

Im Visier der US-Ermittler: die BNP Paribas. Reuters

Im Visier der US-Ermittler: die BNP Paribas.

Die USA werfen der Großbank BNP Paribas vor, Sanktionen gegen den Iran und andere Staaten jahrelang umgangen zu haben. Das US-Justizministerium will nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ über zehn Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) Strafe von der französischen Großbank, um entsprechende Ermittlungen einzustellen.

Das berichtete das Blatt am Freitag (Ortszeit) in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf Beamte, die mit dem Fall vertraut seien. Es würde sich um eine der höchsten Strafzahlungen handeln, die eine Bank jemals zahlen musste.

Die Bank würde eine derart hohe Strafzahlung voraussichtlich verkraften. Sie hatte zuletzt einen Börsenwert von 90 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalquote von mehr als zehn Prozent.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Allerdings dürfte es noch Wochen bis zu einer Entscheidung darüber dauern, schreibt die Zeitung weiter. Auch könne der endgültige Betrag erheblich geringer sein. Die Bank wolle lediglich acht Milliarden Dollar zahlen, hieß es mit Blick auf entsprechende Verhandlungen. Noch vor Wochen war von möglichen Strafzahlungen von nur fünf Milliarden Dollar die Rede.

Von Seiten der Bank gab es zunächst keine Stellungnahme. Bei Vorlage des jüngsten Quartalsberichts hatte die BNP darauf hingewiesen, die Bußgelder könnten die bisherigen Rückstellungen von 1,1 Milliarden US-Dollar „weit“ überschreiten. Es gebe ein hohes Maß an Unsicherheiten wegen der möglichen Strafe. Am Freitag brach der Kurs der BNP-Aktie zum Börsenstart in Paris um knapp sechs Prozent ein, erholte sich dann aber wieder etwas.

Die BNP Paribas und die US-Behörden verhandeln auch darüber, ob der Bank vorübergehend die Erlaubnis entzogen werden soll, Geldgeschäfte in die USA und aus den USA ins Ausland zu tätigen.

Das größte französische Geldhaus steht im Verdacht, bei Geschäften mit Staaten wie Iran, Kuba und dem Sudan jahrelang gegen US-Sanktionen verstoßen zu haben.Wegen Verstößen gegen US-Sanktionen hatten US-Aufseher in den vergangenen Jahren bereits Strafen gegen die britischen Banken HSBC und Standard Chartered verhängt. Auch die Deutsche Börse war wegen ähnlicher Geschäfte ihrer Tochter Clearstream mit einer Zahlung von gut 150 Millionen Dollar belangt worden. Ermittlungen laufen auch noch gegen die Deutsche Bank.

Kommentare (5)

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30.05.2014, 08:23 Uhr

Die Schandtaten internationaler Großbanken rächen sich nun mehr und mehr. Mal abgesehen davon, dass es natürlich auch eine Anmaßung der amerikanischen Justiz ist, US-Recht ohne Einwilligung anderer Länder zu internationalem Recht zu machen, so ist die Bestrafung von Banken, wenngleich, wie in diesem Fall (Umgehung von US-Embargos), nicht inhaltlich, richtig.

GS und JPM werden sich freuen. Eine bessere Rückendeckung für ihren radikal-kapitalistischen Weg können sie sich gar nicht wünschen.

Account gelöscht!

30.05.2014, 08:58 Uhr

Europa läßt sich von Amerika mit dem Nasenring durch die Manege führen.
Wie wäre es mal mit einer Überprüfung seitens Europa ob NSA-Erkenntnisse nicht zum wirtschaftlichen Vorteil amerikanischer Unternehmen eingesetzt wurden und werden.

Account gelöscht!

30.05.2014, 15:05 Uhr

Hier erleben wir das neue Geschäftmodell der US-Administration zur Sanierung des Staatshaushalt:

Erst werden irgendwelche Sanktionen oder Gesetze beschlossen, natürlich ohne andere Staaten zu fragen (Amerika ist ja schließlich "exceptional"). Danach wird dieses "US-Recht" international für jeden weltweit gültig erklärt und dann wird bei Ausländern weltweit abkassiert, weil diese im Ausland US-Recht gebrochen haben.

Da unsere Politiker nur Marionetten sind, macht diese Anmaßung nicht einmal vor staatlichen Institutionen halt, wie die Bedrohung des NSA-Untersuchungsausschusses gezeigt hat, wo sich die Abgeordneten des deutschen Bananentages "STRAFBAR" machen, wenn sie die Snowden-Akten über US-Spionage gegen die Bananenrepublik Deutschland einsehen. DAS MUSS MAN SICH MAL AUF DER ZUNGE ZERGEHEN LASSEN!!!!!!! Es ist also Unrecht sich mit kriminellen Aktivitäten von US-Behörden, die gegen das eigene Land gerichtet sind, zu befassen!

Und mit DIESEN TOTAL ABGEDREHTEN IMPERIUM wollen unsere ungewählten EUdSSR-Aparatschiks ein FREISCHWINDELS-GEHEIM-ABKOMMEN abschließen um damit US-Recht in Europa einzuführen.

Warum dies überhaupt nötig ist, ist mir allerdings unklar. US-RECHT gilt ja bereits faktisch schon ÜBERALL IM UNIVERSUM, warum sich da noch mühsam mit ein paar Rechtsverdreher-Paragraphen abmühen, bloß um damit dem Ganzen den Anschein des Rechts zu verpassen?

„Niemand schafft größeres Unrecht, als der, der es in Form des Rechts begeht.“ Platon (428 / 427 v. Chr. - 348 / 347 v. Chr.) - griechischer Philosoph

Offenbar will also nach Platon hiermit der Amerikanische Unrechtsstaat sein bisherigen Vorgehen noch toppen!

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