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03.09.2014

09:20 Uhr

Medienbericht

Credit Suisse prüft Vorwürfe gegen Händlerin

Gab eine Aktienhändlerin der Credit Suisse Kundendaten an ihren bei einer konkurrierenden Bank arbeitenden Mann weiter? Das zumindest berichtet das „Wall Street Journal“. Die Bank prüft die Vorwürfe nun.

Ärger bei der Credit Suisse: Die Bank hat eine interne Untersuchung gegen eine Aktienhändlerin eingeleitet. Sie soll Kundendaten weitergegeben haben. Reuters

Ärger bei der Credit Suisse: Die Bank hat eine interne Untersuchung gegen eine Aktienhändlerin eingeleitet. Sie soll Kundendaten weitergegeben haben.

LondonVorwürfe gegen eine Londoner Aktienhändlerin beschäftigen Credit Suisse. Die Schweizer Großbank bestätigte am Dienstag Untersuchungen in dem Fall, ohne sich zu Details äußern zu wollen. Sie reagierte damit auf einen Bericht des „Wall Street Journal“. Demzufolge soll eine Credit-Suisse-Händlerin im Londoner Aktiengeschäft unzulässig Kundeninformationen an ihren Mann weitergegeben haben, der Händler bei der rivalisierenden Bank RBC Capital Markets sei.

Außerdem sei bei einer internen Untersuchung ihrer elektronischen Kommunikation entdeckt worden, dass die Händlerin sich über unzulässiges Verhalten von Kollegen beschwert habe. Die Händlerin sei suspendiert, ihr Chef beurlaubt worden.

Von den Betroffenen waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Die elektronische Kommunikation von Bankern - etwa in Chatrooms - spielt eine große Rolle bei den Ermittlungen zu Manipulationen von Zinssätzen und am Devisenmarkt. Einige Geldhäuser verbieten Händlern mittlerweile die Nutzung solcher Chatrooms.

Von

rtr

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