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17.06.2011

09:38 Uhr

Medienbericht

Deutscher Bank drohen enge Fesseln

Laut „Financial Times“ ist für mehrere Großbanken, darunter auch die Deutsche Bank, eine Kernkapitalquote von 9,5 Prozent vorgesehen. Unklar ist, in welcher Form die Institute das zusätzliche Kapital aufbringen müssen.

hTeilnehmer der Hauptversammlung der Deutschen Bank vor dem Logo des Geldinstituts. Quelle: dapd

hTeilnehmer der Hauptversammlung der Deutschen Bank vor dem Logo des Geldinstituts.

FrankfurtDie internationalen Aufseher wollen der Deutschen Bank laut einem Zeitungsbericht zusammen mit sieben anderen Großbanken die weltweit strengsten Fesseln anlegen. Der deutsche Branchenprimus müsste der „Financial Times“ zufolge künftig eine Kernkapitalquote von 9,5 Prozent vorhalten, das sind 2,5 Prozentpunkte mehr als die Mindest-Kapitalvorschriften nach „Basel III“, die von 2013 an schrittweise eingeführt werden sollen.

Die Bankenaufseher des Finanzstabilitätsrat (FSB) erarbeiten derzeit eine Liste von rund 30 „systemrelevanten“ Banken (SiFis). Sie sollen mit höheren Kapitalanforderungen vor einem Zusammenbruch geschützt werden, der das weltweite Bankensystem ins Wanken bringen würde. Innerhalb dieser Gruppe soll es Abstufungen nach der Größe, der Komplexität und der Vernetzung der Banken geben. Die Höhe des Zuschlags soll zwischen 0,5 und 2,5 Prozent liegen. Oberhalb davon soll eine Stufe mit einem Kapitalzuschlag von drei Prozent eingeführt werden, in die bisher keine Bank einsortiert wird - sie dient nur als Drohkulisse, um die Institute davon abzuhalten, übergroße Risiken einzugehen.

Welche Bank in welche Kategorie eingeordnet wird, ist noch umstritten, die Liste deshalb noch vorläufig. In Kreisen der Regulierer hieß es am Freitag, die Diskussionen dauerten an. „Alles ist im Fluss“, sagte ein hochrangiger Bankenvertreter. Die endgültige Entscheidung im FSB soll am 18. Juli fallen.

Dem Bericht zufolge müssen sich neben der Deutschen Bank Citigroup, JPMorgan und Bank of America aus den USA auf einen Zuschlag von 2,5 Prozent gefasst machen, in Europa seien HSBC, BNP Paribas, Royal Bank of Scotland und Barclays betroffen. Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse gehörten in die zweite Kategorie mit 2,0 Prozent. Verhandlungsteilnehmer aus Frankreich und Japan kämpften noch darum, ihre Institute aus den höchsten Stufen der SiFi-Liste herauszuhalten, hieß es in dem Bericht.

Unklar ist auch noch, in welcher Form die Banken das zusätzliche Kapital aufbringen müssen. Neben reinem Eigenkapital - Aktien oder Kapitalrücklagen - sind auch Pflichtwandelanleihen (CoCo-Bonds) im Gespräch, die sich im Krisenfall automatisch von Fremd- in Eigenkapital umwandeln, um Verluste aufzufangen. Die Schweizer Regulierer haben diese für ihre Großbanken bereits eingeführt. Britische Banken sollen nach den Vorstellungen der Regierung ohnehin eine Quote von zehn Prozent erfüllen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Linus

17.06.2011, 12:22 Uhr

Die Forderungen an diese Grossbanken sind bescheiden; bevor in den letzten 20/30 Jahren die Regeln fuer Banken massiv gelockert wurden, waren sie sicher, konnten jedoch auch nicht diese Eigenkapitalrendite erwirtschaften. Ich denke, die Rendite ist zweitranging wann es um die Sicherheit des Finanzsystems geht. Die Banker haben Angst ihre grossen Boni zu verlieren, darum geht es schlussendlich.

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