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27.01.2009

22:22 Uhr

Medienbericht

Santander erwägt Entschädigung für Madoff-Opfer

Die spanische Großbank Banco Santander bietet ihren durch den Madoff-Betrugsfall geschädigten Privatkunden laut einem Zeitungsbericht als erstes Institut eine Entschädigung an.

HB NEW YORK/MADRID. Unter dem Druck einer Klage in den USA habe die Bank insgesamt 1,38 Mrd. Euro offeriert, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag im Internet unter Berufung auf Schreiben der Bank.

Santander gehört zu den bislang am schwersten getroffenen Opfern des größten Betrugsfall der Finanzgeschichte. Der New Yorker Broker Bernard Madoff richtete mit einem Schneeball-System nach eigenen Angaben einen Schaden von rund 50 Mrd. Dollar an. Er steht derzeit gegen Kaution unter Hausarrest.

Santander habe Kunden in Lateinamerika vertraulich angeboten, als Ersatz für Madoff-Investments Vorzugsaktien der Bank zu bekommen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf entsprechende Schreiben der Bank. Im Gegenzug müssten sie versprechen, nicht gegen Santander zu klagen und Kunden der Bank zu bleiben. Santander selbst äußerte sich der Zeitung gegenüber nicht.

Das Angebot richte sich ausschließlich an Privatkunden und nicht an institutionelle Investoren. Die Offerte sei zudem längst nicht allen geschädigten Santander-Privatkunden gemacht worden: Kunden in Spanien und weiteren Ländern sei das Angebot unbekannt, so das "Wall Street Journal".

Anfang der Woche hatte eine spanische Anwaltskanzlei laut Medienberichten zusammen mit US-Anwälten in Florida eine Sammelklage gegen Santander eingereicht. Sie werfen der Bank vor, sie habe ihre Pflichten bei den Investments in Madoffs System verletzt.

Die Banco Santander hatte über einen US-Fonds in Madoff-Produkte investiert. Die Verluste werden mit 2,3 Mrd. Euro beziffert. Noch vor Wochen hatte die Bank etwaige Entschädigungen ausgeschlossen.

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