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14.10.2014

17:55 Uhr

Mehr Filialen, mehr Währungshandel

Die Deutsche Bank setzt auf ihr China Geschäft

Die Deutsche Bank will in China kräftig expandieren. Neben dem eröffnen weiterer Filialen im Land, nimmt Manager Werner Steinmüller vor allem den Renminbi-Markt ins Visier. Hier will man die weltweite Nummer Eins werden.

Die Deutsche Bank hat viel vor in China. dpa

Die Deutsche Bank hat viel vor in China.

FrankfurtDie Deutsche Bank will ihre Präsenz in China in den kommenden Jahren deutlich ausweiten. „Wir werden konstant weiter Filialen eröffnen“, kündigte Deutsche-Bank-Manager Werner Steinmüller am Dienstag in Frankfurt an. Deutschlands größtes Geldhaus wolle künftig in allen chinesischen Zentren vertreten sein, in denen es viel internationales Geschäft mit großen ausländischen und chinesischen Unternehmen gebe. „Es kann auch mal passieren - aus politischen Gründen -, dass wir gefragt werden, in eine Region zu gehen, die uns nicht so lieb ist“, räumte Steinmüller ein. „Und dann kriegen wir wieder eine Filiale, die gewünscht ist.“

Derzeit hat die Deutsche Bank in dem Riesenreich lediglich sechs Filialen. Wenn eine neue Niederlassung in der Volksrepublik aufgemacht hat, muss sie laut Steinmüller erst einmal operativ laufen und von den chinesischen Behörden abgenommen werden. Erst dann dürfe das Geldhaus bei der Zentralbank die Eröffnung einer weiteren Filiale beantragen, erklärte der Manager, der im erweiterten Vorstand der Deutschen Bank sitzt. „Wir schaffen im Jahr so eine Filiale.“

Rückenwind für das Geschäft mit der Volksrepublik erwartet Steinmüller durch die zunehmende Internationalisierung der chinesischen Währung. Der Renminbi, der aktuell auf Platz neun der wichtigsten Handelswährungen der Welt liegt, werde bis 2020 den dritten Platz hinter dem Dollar und dem Euro einnehmen, sagt die Deutsche Bank voraus. Der Renminbi ist bisher nicht frei handelbar, allerdings hat die Führung in Peking die Regeln für den Einsatz der Währung in den vergangenen Jahren und Monaten sukzessive gelockert. Die meisten westlichen Banken sind bisher vor allem im Geschäft mit Renmibni außerhalb Chinas (Offshore) aktiv. „Wir wollen die führende Universalbank im Offshore Renminbi-Markt sein“, sagte Steinmüller.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 10 – Postbank

Bilanzsumme 2013 der Deutsche-Bank-Tochter: 161,5 Milliarden Euro

Platz 9 – Helaba

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale: 178,1 Milliarden Euro.

Platz 8 – NordLB

Bilanzsumme 2013 der Norddeutschen Landesbank: 200,8 Milliarden Euro

Platz 7 – BayernLB

Bilanzsumme 2013 der Bayerischen Landesbank: 255,6 Milliarden Euro

Platz 6 – LBBW

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Baden-Württemberg: 273,5 Milliarden Euro

Platz 5 – Unicredit

Bilanzsumme 2013 der Unicredit (inkl. Hypo-Vereinsbank): 290 Milliarden Euro

Platz 4 – DZ Bank

Bilanzsumme 2013 der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank: 387 Milliarden Euro

Platz 3 – KfW

Bilanzsumme 2013 der KfW-Bankengruppe: 464,8 Milliarden Euro

Platz 2 – Commerzbank

Bilanzsumme 2013: 549,7 Milliarden Euro

Platz 1 – Deutsche Bank

Bilanzsumme 2013: 1611,4 Milliarden Euro

Quelle: Die Bank/Statista

Renminbi-Geschäfte zwischen China und dem Rest der Welt wickelt die Deutsche Bank derzeit über Shanghai ab. Wenn demnächst die Renminbi-Clearingbank der Bank of China in Frankfurt den Betrieb aufnimmt, könnte das Institut aber einige Geschäfte von Shanghai nach Frankfurt verlagern, deutete Steinmüller an. „Wenn sie ein Clearingzentrum anfangen, müssen sie auch Volumen reingeben.“ Deutschland und China hatten im März vereinbart, Frankfurt zu einem wichtigen Handelsplatz für Geschäfte in Renminbi zu machen. Dadurch sollen Handelshemmnisse aus dem Weg geräumt werden.

Die Abwicklung entsprechender Geschäfte über Hongkong oder Singapur schreckt bisher besonders deutsche Mittelständler ab. Die Deutsche Bank unterstützt den Aufbau der Clearingbank in Frankfurt und hat eine Kooperation mit der Bank of China vereinbart.

Von

rtr

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