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18.01.2010

16:23 Uhr

Merck Finck

Deutsche Bank hält sich bei KBL zurück

Die Deutsche Bank gehört Finanzkreisen zufolge nicht zu den Bietern für die Muttergesellschaft KBL des Münchener Bankhauses Merck Finck. Ein entsprechender Bericht der französischen Zeitung „La Tribune“ sei falsch, sagte gestern eine mit den Plänen der Bank vertraute Person.

Die Deutsche Bank bietet nicht die KBL. Quelle: dpa

Die Deutsche Bank bietet nicht die KBL.

pk/HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank selbst wollte sich dazu nicht äußern. In den Finanzkreisen hieß es weiter, möglicherweise tauche die Deutsche Bank in solchen Berichten auf, weil sie eines der wenigen einheimischen Institute ist, die überhaupt noch für solche Assets bieten können. Banken wie die Commerzbank, die staatliche Hilfen beansprucht haben und sich gemäß den Vorgaben der EU-Kommission sanieren müssen, dürfen keine Zukäufe tätigen. Dem Bericht der französischen Zeitung zufolge haben sich rund zehn Institute – darunter allein vier aus der Schweiz – von der US-Investmentbank JP Morgan die Unterlagen über die auf gehobene Privatkunden spezialisierte KBL European Private Bankers (früher Kredietbank Luxembourg) schicken lassen. Die ersten Gebote seien Mitte Februar fällig.

KBL steht auf der Verkaufsliste des belgischen Finanzunternehmens KBC. Die belgische Regierung und die flämische Regionalregierung hatten in der Finanzkrise sieben Milliarden Euro in KBC gepumpt. Im November hatte die Bank angekündigt, im Gegenzug ihre Aktivitäten als Handelsbank einzudampfen und ihr Geschäft mit gehobenen Privatkunden abzugeben, ohne das Geschäftsmodell eines kombinierten Versicherungs- und Bankkonzerns aufzugeben.

„La Tribune“ zufolge haben Credit Suisse, Julius Bär, Vontobel und EFG aus der Schweiz sowie die Banken Credit Agricole, Société Générale, Barclays und HSBC ein Auge auf KBL geworfen.

Die Deutsche Bank ist im Privatkundengeschäft gerade dabei, das Bankhaus Sal. Oppenheim für mehr als eine Milliarde Euro zu übernehmen. Im Herbst hatte die Deutsche Bank nach langem Tauziehen das Mittelstandsgeschäft der niederländischen ABN Amro übernommen, die in der Finanzkrise in Schieflage geraten war. Außerdem hält das größte deutsche Geldhaus eine Minderheitsbeteiligung an der Postbank mit der Option auf eine Mehrheitsübernahme. Zuletzt hatten Topmanager der Deutschen Bank wiederholt erklärt, dass das Haus keine Eile an den Tag lege für das Erreichen einer Mehrheitsbeteiligung.

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