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28.05.2014

14:12 Uhr

Merck Fink beurlaubt Berater

Sechs Richtige mit Folgen

VonOliver Stock

ExklusivEin Lottomillionär verklagt die vornehme Frankfurter Privatbank Merck Finck – er fühlt sich mit seinen Millionen schlecht beraten. Die Bank zieht jetzt Konsequenzen. Doch der Prozess ist damit noch nicht ausgestanden.

Erst im Glück und dann schlecht beraten? Ein Lottomillionär klagt gegen Merck Finck. dpa

Erst im Glück und dann schlecht beraten? Ein Lottomillionär klagt gegen Merck Finck.

DüsseldorfDie Privatbank Merck Finck hat ihren Mitarbeiter beurlaubt, der einen Lottomillionär nach Einschätzung von Richtern nicht anlegergerecht beraten hat. Dies bestätigte ein Sprecher der Bank gegenüber Handelsblatt Online. Es seien interne Untersuchungen eingeleitet worden. „Um dem betroffenen Mitarbeiter genügend Freiraum für seine Mithilfe einzuräumen, haben wir ihn für die Dauer dieser Untersuchungen unter Fortzahlung seines Gehalts beurlaubt“, heißt es von der Privatbank, die auf eine besonders vermögende und damit auch gegenüber allen Schlagzeilen empfindliche Klientel bemüht ist.

Die Beurlaubung des Mitarbeiters ist der vorerst letzte Schritt in einem spektakulären Prozess, der sich seit mehreren Jahren hinzieht. Lottomillionärs Rolf F. hatte gegen die Privatbank geklagt und im vergangenen Monat vor dem Landgericht Münster in erster Instanz einen Teilerfolg erzielt: Demnach muss die Bank dem Stahlarbeiter aus Herne eine halbe Million Euro Schadensersatz zahlen (Az. 114 O 110/12). Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, Merck Finck kann noch in Berufung gehen.

F. hatte Anfang des Jahres 2005 zusammen mit einem Kollegen den Jackpot im Mittwochslotto geknackt, sechs Richtige und die Superzahl. 12,6 Millionen Euro. Viel Geld, das er sicher anlegen wollte. Bei Merck Fink war er damit jedoch offenbar an die falsche Adresse gelangt. Sein Geld wurde weniger und nicht mehr.

In dem Verfahren kam nicht nur der Vorwurf der Falschberatung zu Sprache. Es ging auch um eine mögliche Zusammenarbeit des Bankmitarbeiters mit einem Berater von Westlotto. Der Berater soll „nachdrücklich empfohlen“ haben, den Lottogewinn in die Hände der Privatbank zu geben. Gegen den Lottoberater ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.  Rolf F., der Zeit seines Lebens Sparkassenkunde war, vertraute ihm und der neuen Bank. Er war sich nicht im Klaren, dass er auf Vorschlag der Bank seine Millionen in riskante Schiffsbeteiligungen sowie 600.000 Dollar in einen geschlossenen Immobilienfonds des Münchner Emissionshauses KanAM gesteckt hatte. Der spezielle Fonds stellte ging 2010 Pleite. Das Gericht sah es als unstrittig an, dass der Verkaufsprospekt, in dem alle Risiken des Fonds aufgeführt waren, Familie F. erst nach der Zeichnung der Beteiligung übergeben worden sei.

Ebenfalls irritierte das Gericht die Tatsache, dass F. offenbar jährlich 30.000 Euro als Beraterhonorar an Merck Finck überwiesen hatte. Sollte das Urteil Rechtskraft erhalten, müsste Merck Finck F. auch für dieses spezielle Investment den Schaden ersetzen.

Bereits Anfang Anfang hatte das Gericht F.s Tochter Chantal rund 180.000 Euro Schadenersatz für die Beteiligung an einem Schiffsfonds zugesprochen. Zusätzlich muss die Bank auch haften, sollte die Fondsgesellschaft bereits erfolgte Ausschüttungen vom Zeichner zurückfordern.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

28.05.2014, 15:04 Uhr

Immer diese Leute die schnell reich werden ohne Ahnung von
Finanzen zu haben. Dieser Mann wird sicher ziemlich schnell
wieder arm werden wenn er so weiter macht.

Anstatt mal was für alle zu machen und ein Unternehmen
zugründen stellt man es lieber zur wilden Spekulation ohne
jede Eigenverantwortung den Bankern zur Verfügung.

Account gelöscht!

28.05.2014, 15:22 Uhr

Oha, was für ein kluger Rat - wer wenig Risiko haben und von den Zinsen leben möchte, sollte ein Unternehmen gründen. Mich interessiert fast, was für andere gemeinnützige Ratschläge Sie noch in petto haben...

Account gelöscht!

28.05.2014, 15:44 Uhr

Der Typ hat in geschlossene Immobilienfonds und
Schiffsbeteiligungen investiert ohne es zu wissen
angeblich. Da kann man auch gleich ein eigenes Unternehmen
gründen.

Man muss doch Nichts selber machen man ist halt Investor
bzw. Gesellschafter oder Aktionär. Business-Plan usw.
machen doch dann Andere für einen.

Intelligent wäre es gewesen sich nen Depot zuholen und
sich nen paar Anleihen,Aktien und Investmentfonds raus
zusuchen. Vielleicht noch etwas Fest- und Tages-Geld dazu.

Gerade von Zinsen leben ist Schwachsinn weil die erstens
nicht sehr hoch sind ausser bei Anleihen vielleicht.

Und man völlig unflexibel auf eine veränderte
Marktsituation reagieren kann. Man muss sich halt damit
etwas auseinander setzen wenn man ne gute Rendite haben
will. Und darf auf keinen Fall so naiv und dumm sein und
einem Berater oder Banker vertrauen der einzig und allein
durch Provision seine Brötchen verdient.

Und genau weiss das man eigentlich keine Ahnung hat.

Alleine 30k p.a. Beratungsgebühren zahlen da würde ich
nie im Leben mitmachen.

Und ja die meisten Renditechancen bringen neue Unternehmen
bzw. Ideen und Konzepte bzw. eben dann auch andere
Leute. Da kann man ruhig schonmal 2-3 Start-Up's
unterstützen. Es gibt zurzeit viele gute Ideen die auf
der Suche nach Kapital sind.

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