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05.12.2012

20:44 Uhr

Michael Corbat

Neuer Chef greift bei Citigroup hart durch

VonNils Rüdel

11.000 Stellen will Citigroup abbauen, ein Viertel der Mannschaft. Kurz nach dem Start schafft Michael Corbat bei der US-Bank Fakten. Die Massenentlassung ist für ihn ein „logischer Schritt“, denn die Probleme sind groß.

Der neue Citigroup-Chef Michael Corbat streicht nach zwei Monaten im Amt stellen. dapd

Der neue Citigroup-Chef Michael Corbat streicht nach zwei Monaten im Amt stellen.

New YorkErst zwei Monate ist er im Amt, nun räumt der neue Citigroup-Chef Michael Corbat auf: Die US-Großbank will im Rahmen ihres Umbaus mindestens 11.000 Stellen streichen, rund vier Prozent der Belegschaft. Das teilte das Institut am Mittwoch mit. Dies seien „logische nächste Schritte beim Wandel der Citigroup“, sagte Corbat laut der Mitteilung. Der Stellenabbau werde die Kosten weiter senken und den Konzern insgesamt effizienter machen, eine Top-Priorität des neuen Chefs.

Die Citi lässt sich die Aktion einiges kosten: Im vierten Quartal rund eine Milliarde Dollar vor Steuern, weitere 100 Millionen Dollar sollen in der ersten Hälfte 2013 anfallen. Dem stünden erwartete Einsparungen von 900 Millionen Dollar im kommenden Jahr und 1,1 Milliarden Dollar in den Folgejahren gegenüber, so das Wall-Street-Haus.

Betroffen von den Streichungen quer durch die Bank ist laut der Mitteilung vor allem das Endkunden-Geschäft, in dem 6200 Stellen wegfallen sollen. Weitere 1900 Jobs sollen beim Geschäft mit institutionellen Kunden gekürzt werden. Das betrifft Mitarbeiter weltweit, von Brasilien über die Türkei bis nach Hongkong.

Das berichten die US-Großbanken über das 3. Quartal

JP Morgan

Die größte US-Bank JP Morgan Chase verdient wieder soviel wie vor der Krise. Im dritten Quartal steigerte JP Morgan den Nettogewinn um ein Drittel auf 5,7 Milliarden Dollar. Hauptgrund ist die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA. Allein im Geschäft mit Häuserkrediten nahm das Institut 1,8 Milliarden Dollar ein – 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen.

Wells Fargo

Die Erfolgsgeschichte von Wells Fargo geht weiter. Im dritten Quartal wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf den Rekordwert von 4,94 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten. Wells Fargo profitierte von der sich bessernden US-Konjunktur und dem weiter anziehenden Immobilienmarkt.

Citigroup

Die Citigroup muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Erlöse gingen um 88 Prozent auf 468 Millionen Dollar zurück. Wesentlicher Grund dafür waren Sonderabschreibungen in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar (nach Steuern), weil die Bank beim Verkauf ihrer Tochter Smith Barney nicht den erhofften Preis erzielen konnte.

Goldman Sachs

Goldman Sachs wies einen überraschend kräftigen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar aus, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 428 Millionen Dollar in den Büchern stand. Die Einnahmen stiegen um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Investmentbank verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig.

Bank of America

Einen Gewinn von gerade einmal 340 Millionen Dollar hat die Bank of America im dritten Quartal erzielt. Vor einem Jahr erwirtschaftete die Bank noch ein Plus von 6,2 Milliarden Dollar. Schuld daran waren vor allem Sondereffekte wie die Abschreibung von 1,6 Milliarden Dollar nach einer 2,4 Milliarden Dollar teuren Einigung, um einer Sammelklage von Aktionären zu entgehen.

Morgan Stanley

Die US-Großbank Morgan Stanley fuhr im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum erzielte die Investmentbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,8 auf 5,3 Milliarden Dollar.

Bereinigt um Abschreibungen auf Schuldbewertungen kletterte aber der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr bezifferte sich der bereinigte Umsatz nur auf 6,4 Milliarden Dollar. Um die Abschreibungen bereinigt stand ein Gewinn von 561 Millionen Dollar, verglichen zu 64 Millionen Dollar im Vorjahr.

Die Bank mit ihren zuletzt insgesamt mehr als 260.000 Mitarbeitern gehört zu den Verlierern der Finanzkrise und hatte bereits große Teile ihres Geschäfts abgestoßen. Auch der Rivale Bank of America und andere US-Institute bauen Jobs ab, um effizienter zu werden und sich wegbrechenden Geschäften wegen strengerer Regulierungen anzupassen.

Kommentare (3)

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ArnoNymos

05.12.2012, 23:27 Uhr

Herr Rüdel, bitte erklären Sie mal, wie aus der Angabe "4 Prozent der Belegschaft" in der Überschrift "ein Viertel der Mannschaft" wird. Toll!

Account gelöscht!

06.12.2012, 05:34 Uhr

Immerhin sind die Aktien doch um 6% nach oben, vielleicht paar mehr rauswerfen? Krankes System...

Account gelöscht!

06.12.2012, 06:50 Uhr

Ich staune immer wieder.
Da gibt es Leute, die lesen das Handelsblatt, ohne etwas von Marktmechanismen zu verstehen.^^

Oder verirrt?

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