Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.12.2016

20:05 Uhr

Milliarden-Deal

Unicredit darf Fondstochter Pioneer verkaufen

Einem Medienbericht zufolge darf die Großbank Unicredit ihre Tochter nach Frankreich verkaufen. Das könnte dem angeschlagenen Institut neues Kapital bringen. Doch die Probleme der Bank löst es nicht.

Die Unicredit darf ihren Tochterfonds nach Frankreich verkaufen. Das bringt dem angeschlagenen Institut neues Kapital. AFP; Files; Francois Guillot

Schwere Zeiten

Die Unicredit darf ihren Tochterfonds nach Frankreich verkaufen. Das bringt dem angeschlagenen Institut neues Kapital.

FrankfurtDie italienische Großbank Unicredit steht einem Medienbericht zufolge kurz vor dem Abschluss eines milliardenschweren Spartenverkaufs. Nach Informationen der „Financial Times“ dürfte der französische Vermögensverwalter Amundi den Zuschlag für Unicredits Fondstochter Pioneer erhalten. Der Preis werde bei mehr als drei Milliarden Euro liegen, schrieb die Zeitung am Sonntagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Der börsennotierte Vermögensverwalter Amundi, der mehrheitlich der Großbank Credit Agricole gehört, hatte bereits im Oktober sein Interesse erklärt. Es waren jedoch noch weitere Bieter im Rennen.

Unicredit-Tochter Pioneer Investments: Der italienische Patient

Unicredit-Tochter Pioneer Investments

Premium Der italienische Patient

Die Großbank Unicredit will ihre Anlagesparte Pioneer Investments loswerden. Aber nur wenige Fonds der Tochter liefern laut Analysehaus Feri Eurorating gute Ergebnisse. Wer sich trotzdem für das Fondshaus interessiert.

Unicredit kann mit den Einnahmen die Finanzlage verbessern. Die Mutter der Hypovereinsbank steht wegen fauler Kredite unter erheblichem Druck. Der seit Mitte Juli amtierende Vorstandschef Jean-Pierre Mustier hat der Verbesserung der dünnen Kapitalpuffer oberste Priorität eingeräumt. So verkaufte er bereits Anteile an der Onlinebank Fineco und dem polnischen Kreditinstitut Pekao. Der Konzern bereitet auch eine Kapitalerhöhung von bis zu 13 Milliarden Euro vor. Auf dem Kapitalmarkttag am 13. Dezember werden Details dazu erwartet.

Der „Financial Times“ zufolge will Unicredit überdies ein 50 Milliarden Euro schweres Portfolio von Problemkrediten abspalten und Teile davon verkaufen. Die Zeitung nannte als Bieter die Finanzgesellschaften Fortress, Cerberus und Pimco.

Inwiefern der Unicredit die Aufnahme von frischem Geld gelingt, hängt auch vom Verfassungsreferendum in Italien ab. Die gesamte Bankenbranche im Land sitzt auf einem großen Berg fauler Kredite.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×