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04.04.2013

01:14 Uhr

Milliarden-Geschäft verschleiert

Goldman-Banker gesteht Schuld ein

Erst habe er einen illegales Termingeschäft abgewickelt und dann Bücher gefälscht, um diesen Handel zu vertuschen, hat ein Ex-Händler der Investmentbank Goldman Sachs zugegeben. Getrieben hat ihn die Aussicht auf Boni.

Der ehemalige Goldman-Sachs-Händler Matthew M. Taylor am Mittwoch in New York. Reuters

Der ehemalige Goldman-Sachs-Händler Matthew M. Taylor am Mittwoch in New York.

New YorkDer frühere Goldman-Sachs-Händler Matthew M. Taylor hat sich des Betrugs schuldig bekannt. Der 34-Jährige gab am Mittwoch vor einem New Yorker Gericht zu, 2007 einen nicht genehmigten Terminhandel über 8,3 Milliarden Dollar vorgenommen zu haben.

Er habe dabei interne Risikogrenzen überschritten und seine Vorgesetzten angelogen, um sein Vorgehen zu vertuschen. „Ich bedaure es zutiefst.“ Der MIT-Absolvent begründete sein Verhalten damit, dass er seinen Ruf verbessern und seinen Bonus erhöhen wollte.

Größte Investmentbanken im globalen Fusionsgeschäft

Rang 10

Deutsche Bank

41 Milliarden Dollar*

(-61 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

Rang 9

Centerview Partners

48 Milliarden Dollar

(+631 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 8

Citi

52 Milliarden Dollar

(-49 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 7

Barclays

55 Milliarden Dollar

(-51 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 6

Morgan Stanley

57 Milliarden Dollar

(-41 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 5

Credit Suisse

69 Milliarden Dollar

(-27 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 4

Lazard

70 Milliarden Dollar

(+132 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 3

Bank of America Merrill Lynch

90 Milliarden Dollar*

(+43 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 2

Goldman Sachs

104 Milliarden Dollar

(-14,5 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 1

JPMorgan

124 Milliarden Dollar*

(+6,5 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

Der Handel war gut zehn Mal so groß wie er für die Abteilung erlaubt gewesen war, schreibt das „Wall Street Journal“. Taylors eigenmächtiges Handeln brachte Goldman einen Verlust von gut 120 Millionen Dollar und Krach mit den Regulierungsbehörden ein.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Taylor drohen wegen des Vergehens bis zwanzig Jahre Gefängnis, doch sein Geständnis dürfte die Strafe massiv lindern, schreibt die „New York Times“. Das Urteil wird im Juli erwartet. „Wir sind sehr enttäuscht von Herrn Taylors Verhalten und, dass er das Vertrauen des Unternehmens in ihn so missbraucht hat“, sagte eine Sprecherin von Goldman Sachs. Der Zeitung teilte das Unternehmen mit, es habe inzwischen stärkere Kontrollen eingeführt.

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Taylor hatte sich zuvor der Justiz selbst gestellt. Seit vier Monaten liegt eine Zivilklage der US-Aufsicht CFTC gegen ihn vor. Die Behörde wirft Taylor vor, Handelsgeschäfte vorgenommen zu haben, um eine riesige, nicht genehmigte Position bei einem „E-Mini“-S&P-Termingeschäft zu verbergen. Taylor kam 2005 zu Goldman. Ende 2007 wurde er gefeuert und ging dann zu Morgan Stanley, wo er bis zum vergangenen Sommer arbeitete.

Kommentare (12)

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ex_Kamikaze

04.04.2013, 01:50 Uhr

Uih...Goldman geschädigt. Wie überhaupt? Die produzieren nichts und erzeugen auch sonst kein gesellschaftlich nützliches Produkt.
Aber so lenkt das Versagen eines jungen Strebers vom Systemfehler des Banken- und Finanzsystems und auch von früheren Vergehen des Finanz-Monsters Goldman Sachs ab - man bedenke nur den Fall Abacus und wie kinderleicht die US-Justiz den (volkswirtschaftlich nutzlosen) Konzern und Llyod Blankfein (jetzt wieder Hände rein) hat laufen lassen.
Alles Spielerei bis zum bitteren Ende

kraehendienst

04.04.2013, 05:44 Uhr

"„Wir sind sehr enttäuscht von Herrn Taylors Verhalten und, dass er das Vertrauen des Unternehmens in ihn so missbraucht hat“, sagte eine Sprecherin von Goldman Sachs. Der „New York Times“ sagte das Unternehmen, es habe inzwischen stärkere Kontrollen eingeführt." - Und WER bitte kontrolliert DIE DA OBEN wie BLANKFEIN von GoldmanSachs? Die zu den primären Verursachern der weltweiten Finanzkrise und ihren sekundären Auswirkungen gehören?? Diese Klientel samt Warburg, Rothschild, Rockefeller & Co gehören ENTEIGNET um die USA wirtschaftlich zu gesunden. Blankfein&Co gehören für 50 Jahre auf die Gefangeneninsel in der Karibik.

kraehendienst

04.04.2013, 05:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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