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16.10.2012

17:48 Uhr

Milliarden-Überschüsse

Tanz auf dem Vulkan – Banken-Gewinne explodieren

VonTobias Döring

Nach den Geschäftsbanken hat auch die Investmentbank Goldman Sachs ein dickes Plus bekanntgegeben. Die US-Verbraucher und die Notenbank machen es den Instituten leicht. Doch wie lange kann das gut gehen?

Hausbau in Los Angeles: Der US-Immobilienmarkt lässt die Gewinne der Banken in die Höhe schnellen. dpa

Hausbau in Los Angeles: Der US-Immobilienmarkt lässt die Gewinne der Banken in die Höhe schnellen.

Düsseldorf/New YorkEs ist eine Wiederkehr, die in ihrem Ausmaß überrascht. Die US-Großbanken geben in diesen Tagen ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal bekannt – und die Finanzriesen können „durch die Bank“ überzeugen.

Am Dienstag hat Goldman Sachs die Anleger mit einem Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar erfreut. Vor einem Jahr hatte die Investmentbank noch einen Verlust von mehr als 400 Millionen Dollar eingefahren. Damals hatten Goldman die Flaute im Investment-Banking und die Schuldenkrise in Europa zugesetzt. Es war erst der zweite Quartalsverlust seit dem Börsengang der Investmentbank im Jahr 1999.

Das berichten die US-Großbanken über das 3. Quartal

JP Morgan

Die größte US-Bank JP Morgan Chase verdient wieder soviel wie vor der Krise. Im dritten Quartal steigerte JP Morgan den Nettogewinn um ein Drittel auf 5,7 Milliarden Dollar. Hauptgrund ist die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA. Allein im Geschäft mit Häuserkrediten nahm das Institut 1,8 Milliarden Dollar ein – 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen.

Wells Fargo

Die Erfolgsgeschichte von Wells Fargo geht weiter. Im dritten Quartal wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf den Rekordwert von 4,94 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten. Wells Fargo profitierte von der sich bessernden US-Konjunktur und dem weiter anziehenden Immobilienmarkt.

Citigroup

Die Citigroup muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Erlöse gingen um 88 Prozent auf 468 Millionen Dollar zurück. Wesentlicher Grund dafür waren Sonderabschreibungen in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar (nach Steuern), weil die Bank beim Verkauf ihrer Tochter Smith Barney nicht den erhofften Preis erzielen konnte.

Goldman Sachs

Goldman Sachs wies einen überraschend kräftigen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar aus, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 428 Millionen Dollar in den Büchern stand. Die Einnahmen stiegen um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Investmentbank verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig.

Bank of America

Einen Gewinn von gerade einmal 340 Millionen Dollar hat die Bank of America im dritten Quartal erzielt. Vor einem Jahr erwirtschaftete die Bank noch ein Plus von 6,2 Milliarden Dollar. Schuld daran waren vor allem Sondereffekte wie die Abschreibung von 1,6 Milliarden Dollar nach einer 2,4 Milliarden Dollar teuren Einigung, um einer Sammelklage von Aktionären zu entgehen.

Morgan Stanley

Die US-Großbank Morgan Stanley fuhr im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum erzielte die Investmentbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,8 auf 5,3 Milliarden Dollar.

Bereinigt um Abschreibungen auf Schuldbewertungen kletterte aber der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr bezifferte sich der bereinigte Umsatz nur auf 6,4 Milliarden Dollar. Um die Abschreibungen bereinigt stand ein Gewinn von 561 Millionen Dollar, verglichen zu 64 Millionen Dollar im Vorjahr.

„Blankfeins dunkelste Stunde bei Goldman Sachs“ titelte im Oktober 2011 Handelsblatt Online. Doch nur ein Jahr später ist alles anders. Und das nicht nur bei den Investmentbankern von Goldman Sachs. Die US-Universalbanken verbuchen sogar Rekordgewinne. Am vergangenen Freitag legten JP Morgan und Wells Fargo ihre Zahlen vor. US-Branchenprimus JP Morgan steigerte die Nettoerlöse auf 5,7 Milliarden Dollar.

Auch Wells Fargo ließ sich nicht lumpen. Das Institut aus der Westküstenmetropole San Francisco verkündete einen Gewinnsprung auf knapp fünf Milliarden Dollar. Das waren satte 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am Montag schließlich konnte auch die Citigroup überzeugen – jedenfalls im operativen Geschäft. Nach Abschreibungen beim Verkauf der Anteile des Gemeinschaftsunternehmens Smith Barnes an Morgan Stanley stand unter dem Strich nur ein Nettogewinn von einer knappen halben Milliarde Dollar. Am Dienstag trat Citi-Chef Vikram Pandit zurück, warum ist noch nicht bekannt.

Doch warum diese wundersame Erholung der US-Finanzinstitute? Denn schließlich hatten Analysten nach dem schwachen Jahr 2011 vor allem den Investmentbanken erneut ein schlechtes Geschäftsjahr vorausgesagt. Auch die Geschäftsbanken kamen in ihren Prognosen für das laufende Jahr aufgrund der Euro-Schuldenkrise und des in der Folge schwächelnden Kapitalmarktgeschäfts nicht gut weg.

Kommentare (29)

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Account gelöscht!

16.10.2012, 17:52 Uhr

Wohl eher ein Totentanz.
Das die englisch/amerikanischen banken auch ein kleines Minus haben in Höhe von ein paar hundert Billionen hat das HB wohl vergessen,,, hihi

Bildzeitungsschlagzeile

16.10.2012, 18:41 Uhr

Schlagzeilen auf Bildzeitungsniveau.

Dem Forenmob gefällt's, wie man an den Vorrednern sieht.....

Account gelöscht!

16.10.2012, 18:41 Uhr

Es wird UNS zerreisen. Die "Herren des Universums" werden einen Ausweg finden ihr hart verdientes Geld zu sichern - dafür gibts ja die Politik.

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