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13.01.2011

07:00 Uhr

Milliardendeal

AIG verkauft Taiwan-Tochter

VonRolf Benders

Die staatliche Rettung des US-Versicherungskonzerns könnte für den Steuerzahler sehr profitabel werden. Nach langen Verhandlungen hat sich endlich ein Käufer für die AIG-Tochter Nan Shan Life gefunden. Und das zu einem Preis, der sich sehen lassen kann.

Die AIG-Rettung hat sich für die USA gelohnt. Quelle: DAPD

Die AIG-Rettung hat sich für die USA gelohnt.

NEW YORK . Die Restrukturierung des US-Versicherungsgiganten AIG nach der Finanzkrise nimmt langsam Gestalt an. Wie der 2008/2009 mit rund 180 Milliarden Dollar an Steuergeldern vor dem Kollaps gerettete Konzern gestern mitteilte, wurde die Taiwan-Tochter Nan Shan Life für 2,16 Milliarden Dollar in bar an eine Investorengruppe verkauft. Über 15 Monate hatte der ehemals weltgrößte Versicherungskonzern mit Käufern und den taiwanesischen Behörden um diese Transaktion gerungen.

Der Verkauf des drittgrößten Lebensversicherers in Taiwan ist nur eine von Dutzenden Veräußerungen von AIG in den vergangenen Jahren, durch die der Konzern die Gelder einspielen will, um seine Schulden bei der öffentlichen Hand zu begleichen. Die US-Regierung und die US-Notenbank Fed hatten AIG 2008 mit direkten Hilfen und Kreditlinien von bis zu 180 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch bewahrt. AIG erhielt von allen Firmen das größte Rettungspaket. Der damals weltweit größte Versicherer hatte sich am Markt mit Kreditderivaten verspekuliert. Ein Kollaps hätte eventuell das gesamte Finanzsystem in den Abgrund gerissen.

Derzeit steht AIG beim Staat noch mit rund 100 Milliarden Dollar im Obligo. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine umfangreiche Rekapitalisierung des Konzerns.

Diese wäre eine Voraussetzung dafür, dass die Regierung die teilweise in Aktien gewandelten Hilfen im Laufe des Jahres verkaufen kann. Als Teil der Rekapitalisierung hatte AIG vergangene Woche beschlossen, Bezugsrechte für 75 Millionen Stammaktien zu platzieren. Alle Beteiligten müssen der Transaktion bis Freitag dieser Woche zugestimmt haben.

Medienberichten zufolge könnte die US-Regierung dann im Mai mit dem Abverkauf ihrer Anteile an AIG beginnen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, rechnet man in Washington auf Basis des aktuellen Kurses mit einem Gewinn aus der Platzierung von 27 bis 36 Milliarden Dollar. Um ihre Schulden zu begleichen, könnte AIG nach Einschätzung von Beobachtern bis dahin weitere Tochterfirmen und Beteiligungen verkaufen.

Die US-Regierung hatte sich in einem ähnlich strukturierten Verfahren im Dezember 2010 aus der in der Krise mit 45 Milliarden Dollar gestützten Großbank Citigroup zurückgezogen. Einen Teil der Summe hatte das Institut selbst beglichen. Der Rest wurde in Aktien gewandelt und im Laufe des Jahres 2010 über die Börse verkauft. Am Ende stand für die Regierung in Washington ein Gewinn aus dem Engagement von zwölf Milliarden Dollar zu Buche.

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