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19.02.2013

10:33 Uhr

Milliardengeschäft

Rabobank stößt Fondstochter ab

Mit einer großen Werbekampagne wirbt die Rabobank derzeit um Tagesgelder deutscher Kunden. Das Interesse an Fondssparern hat die Bank weitgehend verloren: Die Fondstochter Robeco geht an einen japanischen Käufer.

Eine Rabobank-Filiale in Indonesien. Reuters

Eine Rabobank-Filiale in Indonesien.

DüsseldorfDer japanische Finanzdienstleister Orix kauft für fast zwei Milliarden Euro die Vermögensverwaltungssparte der niederländischen Rabobank. Die Holländer werden nach der Transaktion nur noch zehn Prozent an der Fondsgesellschaft halten.

Robeco ist unter anderem für Fonds bekannt, die einen Schwerpunkt auf nachhaltige Investments legen („Robeco SAM“). Robeco verwaltetete Ende vergangenen Jahres 189 Milliarden Euro und hat nach eigenen Angaben 1500 Mitarbeiter in 15 Ländern. Im vergangenen Jahr machte die Sparte 197 Millionen Euro Gewinn.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Mit der Transaktion erwirbt Orix auch die amerikanische Fondsgesellschaft Harbor Capital Advisors. Der japanische Finanzdienstleisters baut sein einiger Zeit sein Geschäft außerhalb der Heimat aus. Im Jahr 2010 hatte Orix bereits die amerikanische Mariner Investment Group erworben. Bei Robeco soll Vorstandschef Roderick Munsters im Amt bleiben.

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