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26.08.2011

04:18 Uhr

Milliardeninvestition

Warren Buffetts fester Glaube an die Bank of America

Die größte US-Bank erhält ordentlich Rückenstärkung. Wo Warren Buffett investiert, stecken wahre Werte drin. Das war so bei Goldman, das soll jetzt auch stimmen. Liegt die Investorenlegende dieses Mal vielleicht falsch?

Die angeschlagene US-Großbank Reuters

Die angeschlagene US-Großbank

New York/CharlotteUS-Investorenlegende Warren Buffett springt der angeschlagenen US-Großbank Bank of America bei. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway werde für fünf Milliarden Dollar Vorzugsaktien kaufen, erklärte die Bank am Donnerstag in Charlotte. Die Aktie des Instituts legte nach Börseneröffnung zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent zu. An den vergangenen Tagen waren die Titel unter die Räder geraten, weil Gerüchte auf dem Parkett umgingen, wonach die Bank ihr Kapital erhöhen müsse.

Die Bank of America steht massiv unter Druck und ist der Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen können. Deshalb muss sich die Bank of America nun mit Verlusten herumschlagen.

Buffett sagt er halte die Bank für ein gut geführtes Unternehmen Reuters

Buffett sagt er halte die Bank für ein gut geführtes Unternehmen

Warren Buffett gibt sich davon unbeeindruckt. "Die Bank of America ist ein starkes, gut geführtes Unternehmen, und ich habe Brian angerufen, um ihm zu sagen, dass ich darin investieren möchte", teilt Buffett in einem Statement mit. Er sei beeindruckt von der Art und Weise, wie die Bank of America Gewinne erziele und die Herausforderungen der Vergangenheit hinter sich lasse.

Es ist nicht das erste Mal, dass Buffett einer großen US-Bank unter die Arme greift. So hatte der legendäre Investor der Großbank Goldman Sachs in der heißen Phase der Finanzkrise eine Geldspritze von fünf Milliarden Dollar verabreicht und damit sein Vertrauen in das Traditionshaus demonstriert. Das war ein starkes Zeichen so kurz nach der Pleite des Rivalen Lehman Brothers. Die "gute Tat" ließ sich der gewiefte Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway  aber mit üppigen Zinsen von zehn Prozent vergüten. Bei der Rückzahlung wurde zudem ein Aufschlag fällig. Das drückte auf den Gewinn der Bank. Buffett ist außerdem der größte Anteilseigner bei der US-Bank Wells Fargo. Für die Vorzugsaktien der Bank of America wird Berkshire sechs Prozent Zinsen pro Jahr kassieren.

Nicht das erste Mal, dass Buffett einer großen US-Bank unter die Arme greift. AFP

Nicht das erste Mal, dass Buffett einer großen US-Bank unter die Arme greift.

Die Bank of America indes kann Buffetts Hilfe gut gebrauchten. Im zweiten Quartal verbuchte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss.

Aktionäre haben zuletzt immer wieder mit Sorge auf die Kapitalausstattung des Geldhauses geschaut. Noch im Juni hatten Analysten geschätzt, das Institut müsse sein Kapital um 50 Milliarden Dollar aufstocken, um den neuen Anforderungen der Regulierer nachzukommen.

Kommentare (22)

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25.08.2011, 15:57 Uhr

Dieser muss ja auch dieses marode System unterstützen, da sonst seine "Reichtümer" selbst wertlos werden, wenn das System engültig kollabiert..

der-oekonomiker

25.08.2011, 16:01 Uhr

Stimmt, nur kann er auch das Ende nur vor sich herschieben. Er verdient auf jeden Fall auch am Untergang. Ein echter Spekulant eben.

JaJa

25.08.2011, 17:02 Uhr

Auf dem Foto sehe ich alten Mann, von Altersstarrsinn befallen, der gedanklich nicht fassen kann und nicht begreifen will, dass sich die Zeiten ein für alle Mal verändert haben. Nichts ist mehr so wie es war, Mister Buffet. Mit Ihrem Glauben an die Bank of America stehen Sie bald einsam und allein auf weiter Flur.
Mit Ihrem Engagement stehen Sie mit einem Bein im Abgrund und rudern mit den Armen... Das andere Bein erschlafft und schmerzt.
Ich hoffe, seine Anleger oder Erben stoppen ihn rechtzeitig, bevor er alles verspielt. Aber auch sein letztes Hemd hat ja bekanntermaßen keine Taschen.
Amen.

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