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28.11.2012

18:22 Uhr

Milliardenschaden

Ex-Credit-Suisse-Händler verhandelt über Strafnachlass

Er soll mit Falschbuchungen einen Milliardenschaden verursacht haben und soll in die USA ausgeliefert werden. Mit einem Deal will der ehemalige Credit-Suisse-Banker nun eine mildere Strafe erhalten.

Der 39-jährige war vor zwei Monaten von der Londoner Polizei auf Antrag der US-Behörden festgenommen worden. Reuters

Der 39-jährige war vor zwei Monaten von der Londoner Polizei auf Antrag der US-Behörden festgenommen worden.

LondonEin früherer Credit-Suisse-Händler, der bei der Schweizer Bank 2007 durch Falschbuchungen einen Milliardenschaden verursacht haben soll, will mit dem US-Justizdepartement einen Strafnachlass aushandeln. Kommt es zu einem solchen „Plea agreement“, erklärt sich Kareem Serageldin schuldig und erhält im Gegenzug eine mildere Strafe. „Die Erwartung ist, dass die Diskussionen fruchtbar sein werden“, sagte sein Anwalt Ben Brandon am Mittwoch vor einem Londoner Gericht.

Der 39-jährige war vor zwei Monaten von der Londoner Polizei auf Antrag der US-Behörden festgenommen worden. Die Amerikaner verlangen die Auslieferung Serageldins. Die Anhörung, bei der Serageldin lediglich seinen Namen und sein Alter bestätigte, ist Teil des Auslieferungsverfahrens. Die Verhandlung wird am 14. Januar fortgesetzt. Serageldin befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß. Zur Zeit der ihm vorgeworfenen Taten war er bei der Bank globaler Chef für den Handel mit strukturierten Krediten.

Zwei in derselben Sache angeklagte frühere CS-Händler bekannten sich im Februar vor einem US-Bundesgericht des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig. Die US-Behörden werfen den Händlern vor, auf Ramsch-Anleihen basierende Wertpapiere in den Büchern der Bank zu hoch bewertet zu haben, um Verluste von 540 Millionen Dollar zu verschleiern und ihre Boni zu retten. Credit Suisse selbst sprach im März 2008 von einem absichtlichen Fehlverhalten einer kleinen Zahl von Händlern und musste auf mit Hypotheken unterlegte Wertpapiere insgesamt 2,65 Milliarden Dollar abschreiben.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

02.12.2012, 21:17 Uhr

Es wird der Eindruck erweckt, als würden die Händler die Bewertung der Assets in einer Bank "machen".

Wenn dem so wäre, weshalb bräuchte man dann noch eine Finanzabteilung, geschweige denn einen Chef für diese Abteilung oder gar einen Vorstand für den Finanzen?

Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wer für was zuständig und demzufolge für,dieses verantwortlich ist.
Wer verantwortlich ist, muss auch zuständig sein.
Wer nicht zuständig ist, kann nicht verantwortlich sein.
Wer nicht verantwortlich ist, kann nicht zuständig sein.

Wenn besagte Händler die Bewertung tatsächlich vorgegeben haben sollen, dann ist zu prüfen, ob der Vorstand der Bank hier evtl. die organisatorische Ordnung dieser Vorgehensweise vorsätzlich so verändert hat, dass Manipulationen dieser Art ermöglicht wurden.

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