Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.06.2014

14:10 Uhr

Milliardenstrafe gegen BNP Paribas

Frankreich tobt wegen US-Bankenaufsicht

Eine mögliche Milliardenstrafe gegen eine französische Bank erzürnt Politiker in Frankreich. Der Außenminister droht, das Freihandelsabkommen mit den USA zu blockieren. Der Vorwurf: Übertriebene Härte.

Die Pariser Zentrale der BNP Paribas: Die Großbank könnte in den USA eine Strafe von 10 Milliarden Dollar zahlen müssen. Die Politik schaltet sich ein. AFP

Die Pariser Zentrale der BNP Paribas: Die Großbank könnte in den USA eine Strafe von 10 Milliarden Dollar zahlen müssen. Die Politik schaltet sich ein.

WashingtonDer Streit zwischen den US-Behörden und der französischen Großbank BNP Paribas wird mehr und mehr zu einem Politikum. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius drohte am Freitag unverhohlen damit, das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zu blockieren, sollte der größten Bank des Landes wegen mutmaßlicher Sanktionsverstöße eine überzogene Milliardenstrafe aufgebrummt werden. Damit werden die Warnungen aus Paris immer lauter.

„Das Abkommen kann nur auf dem Grundsatz der Gleichheit umgesetzt werden“, sagte Fabius dem Radiosender RTL. Dieses Prinzip werde verletzt, wenn die USA gegen ein europäisches Geldhaus mit unverhältnismäßiger Härte vorgingen. Daher seien negative Auswirkungen nicht ausgeschlossen. Die US-Aufseher fordern aber einem Insider zufolge inzwischen auch personelle Konsequenzen im Vorstand der Bank. Demnach soll ein für das operative Geschäft zuständiger Topmanager abtreten.

Fabius hatte am Vorabend anlässlich der Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie mit Staatschef Francois Hollande und US-Präsident Barack Obama zu Abend gegessen, der sich derzeit auf einer Europa-Reise befindet. Dabei ging es auch um BNP. Die US-Behörden werfen dem Institut vor, amerikanische Sanktionen gegen Länder wie den Iran, Syrien oder den Sudan mit Geldüberweisungen verletzt zu haben.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Im Gespräch war zuletzt eine Strafe von über zehn Milliarden Dollar - eine Summe, die die Rückstellungen der Bank um ein Vielfaches übersteigen würde und Spekulationen über eine Kapitalerhöhung anheizte. Obama lehnte es in dem Gespräch allerdings ab, sich wie von Hollande gewünscht für das Geldhaus einzusetzen. Es sei in den USA eine gute Tradition, dass sich der Präsident nicht in die Strafverfolgung einschalte, erklärte Obama danach.

Die Gespräche zwischen den US-Behörden und BNP laufen seit Monaten. BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafe war Anfang Mai höchstpersönlich in New York, um für mildernde Umstände zu plädieren. Die Ermittler gehen allerdings mit ganzer Härte vor, wie mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. So sei in den Gesprächen anfangs sogar eine Summe von 16 Milliarden Dollar aufgerufen worden, während BNP zunächst nur von einer Milliarde ausgegangen sei. Weder die Behörden noch die Bank wollten sich dazu äußern.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.06.2014, 15:13 Uhr

Ist doch eh nur Spielgeld - und überhaupt, hat der kleine Sonnenkönigsgehilfe noch nie etwas von Gewaltenteilung gehört? Das ist nicht das diktatorische Europa, das sind die USA, da kann ein Präsident nicht mal so eben einem Richter das Urteil vorschreiben. BTW, ob unsere Zonen-Diktatorin sich so für ein deutsches Unternehmen einsetzen würde?

Account gelöscht!

06.06.2014, 15:14 Uhr

Erschreckend, wie die USA Strafen gegen Unternehmen von Drittstaaten verhängen. Würde man ähnliche Regeln in gleicher Konsequenz gegen Goldman Sachs anwenden, hätte die Bank in den letzten 10 Jahren wohl mal locker 100 Mrd an Strafen blechen müssen.

Account gelöscht!

06.06.2014, 15:34 Uhr

"Der Außenminister droht, das Freihandelsabkommen mit den USA zu blockieren"

Cool, wie kann ich ihm helfen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×