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21.10.2013

11:23 Uhr

Milliardenstrafe in Ausscht

Bank of America soll für Immobiliengeschäfte zahlen

Nicht nur JP Morgan kommt der Handel mit minderwertigen Hypotheken teuer zu stehen, auch die Nummer zwei der US-Banken wird nun ordentlich zur Kasse gebeten. Die Bank of America muss wohl sechs Milliarden Dollar zahlen.

Das Logo der Bank of America am Times Square: Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr eine Betrugsklage gegen das Kreditinstitut eingereicht. AFP

Das Logo der Bank of America am Times Square: Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr eine Betrugsklage gegen das Kreditinstitut eingereicht.

BangaloreNach JP Morgan kommen einem Zeitungsbericht zufolge auch der Bank of America umstrittene Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise teuer zu stehen. Das zweitgrößte US-Geldhaus müsse mehr als sechs Milliarden Dollar zahlen, um einen Rechtsstreit mit der US-Immobilienbehörde Federal Housing Finance Agency beizulegen, berichtete die „Financial Times“ (Montagausgabe) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Behörde fordere Schadenersatz im Namen der beiden verstaatlichten Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae. Sie sehen sich von der Bank beim Verkauf von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt.

Bei der Behörde und der Bank of America war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr eine Betrugsklage gegen das Kreditinstitut eingereicht. Der Bank macht vor allem die in der Finanzkrise übernommene Tochter Countrywide Finanical zu schaffen. Sie verursachte bereits Kosten für juristische und regulatorische Streitigkeiten in Höhe von 40 Milliarden Dollar.

Die größten außergerichtlichen Einigungen in den USA

246 Milliarden Dollar

Im Jahr 1998 einigten sich die größten US-Tabakunternehmen mit 50 Bundesstaaten über die Kosten der Behandlung von erkrankten Rauchern. Sie willigten ein, insgesamt 246 Milliarden Dollar zu zahlen, ihr Marketing zu beschränken und weniger stark um jugendliche Raucher zu buhlen.

67 Milliarden Dollar

Die Schweizer Großbank UBS und das US-Institut Citigroup willigten ein, spezielle Wertpapiere („Auction Rated Securities“) im Wert von 50 Milliarden Dollar von Investoren zurückzukaufen. Laut US-Börsenaufsicht brachte das Investoren letztlich 67 Milliarden Dollar ein. Wie hoch die Kosten letztlich für die Banken waren, ist nicht bekannt.

25 Milliarden Dollar

Im Februar 2012 einigte sich eine Reihe US-Banken – JP Morgan, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und Ally Financial – mit Strafverfolgungsbehörden, gegenüber Immobilienkreditnehmern 25 Milliarden Dollar an Zahlungen und Forderungsverzichten zu leisten. Es ging um den Vorwurf, bei vielen Tausend Zwangsversteigerungen nicht korrekt vorgegangen zu sein.

13 Milliarden Dollar

Die US-Großbank JP Morgan hat im November 2013 eine Einigung mit US-Behörden erzielt, eine Reihe von Streitigkeiten rund um die Immobilien- und Finanzkrise durch Zahlungen und Forderungsverzichte in Höhe von 13 Milliarden Dollar beizulegen.

4,53 Milliarden Dollar

Ebenfalls im Jahr 2012 einige sich der britische Ölkonzern BP mit US-Behörden in einem Verfahren. Es ging um die Explosion der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko im April 2010. Der Konzern stimmte der Zahlung von 4,53 Milliarden Dollar zu wegen der Ölkatastrophe, die ausgelöst worden war. Darüber hinaus legte BP aber einen Entschädigungsfonds mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar auf und verbuchte insgesamt mehr als 42 Milliarden Dollar an Rückstellungen wegen des Vorfalls.

3 Milliarden Dollar

Der Pharmakonzern Glaxo Smith Kline legte ein Verfahren durch die Zahlung von drei Milliarden Dollar bei, um zivil- und strafrechtliche Vorwürfe auszuräumen, verschreibungspflichtige Medikamente auf unzulässige Weise angepriesen zu haben. Bei dem im Juli 2012 erzielten Vergleich handelte es sich um die höchste Summe in einem Fall der Gesundheits- und Pharmabranche.

2,3 Milliarden Dollar

Der Pharmakonzern Pfizer zahlte 2,3 Milliarden Dollar im Jahr 2009 wegen des Vorwurfs, ein Medikament beworben zu haben, das aus Sicherheitsgründen von der Gesundheitsaufsicht nicht zugelassen worden war.

1,9 Milliarden Dollar

Wegen des Vorwurfs, Drogenkartelle bei der Geldwäsche unterstützt zu haben, willigte die britisch-asiatische Großbank HSBC in den USA ein, 1,9 Milliarden Dollar an die US-Behörden zu zahlen.

1,2 Milliarden Dollar

Wegen Vorwürfen, den bedeuten Zinsatz Libor manipuliert zu haben, einigte sich die Schweizer Großbank UBS im Jahr 2013 mit US-Behörden auf eine Zahlung in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar. Darüber hinaus zahlte die Bank mehr als 300 Millionen Dollar für Einigungen in derselben Sache mit den Aufsichtsbehörden in Großbritannien und der Schweiz.

JP Morgan steht unterdessen vor einer Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit fragwürdigen Hypotheken-Geschäften. Das Geldhaus habe sich mit dem Justizministerium und anderen US-Behörden auf die Zahlung dieser Summe geeinigt, hieß es über das Wocheende. JP Morgan und das Justizministerium wollten sich zunächst nicht dazu äußern. Die Höhe der Strafe scheint aber nicht am Image von JP-Morgan-Chef Jamie Dimon zu kratzen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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r-tiroch@t-online.de

21.10.2013, 08:41 Uhr

wenn die Banken der USA schon Weltmeister im betrügen sind und angeblich am besten dastehen sollen, dann werden sie auch meister der Bilanztricksereien sein.

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