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14.10.2014

17:54 Uhr

Milliardenstrafen überwunden

US-Banken zurück im Normalzustand

VonAxel Postinett

Gemischte Tüte an der Wall Street: Die großen US-Banken haben Quartalszahlen vorgelegt, mit unterschiedlichen Resultaten. Nach Belastungen durch Strafen und Verfahren heißt es nun zurück zur Normalität – überwiegend.

Citi-Gebäude in New York: Die Großbank hat die Überwartungen übertroffen. dapd

Citi-Gebäude in New York: Die Großbank hat die Überwartungen übertroffen.

San FranciscoEin gemischtes Paket haben die amerikanischen Banken bei der Vorlage der Ertragszahlen am Dienstag abgeliefert. Während die Citigroup im dritten Quartal deutlich besser als erwartet abschnitten, lag  JP Morgan Chase unter den Erwartungen, Wells Fargo im Rahmen dessen, was erhofft wurde. Aber alle Finanzinstitute betonten eines: Die US-Wirtschaft ist, anders als der Rest der westlichen Welt,  auf solidem Wachstumspfad und die Konsolidierung der Geschäftsfelder hält unvermindert an. Als Konsequenz zieht sich etwa die Citibank aus mehreren Ländern komplett zurückziehen. Die Wall Street reagierte nach Tagen schwerer Verluste positiv auf die optimistischen Prognosen. Auch wenn noch die Zahlen der Bank of America, dem größten Geldinstitut der USA, fehlen.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Japan, Ungarn, Panama, Peru: das sind nur einige der elf Länder, in denen Citigroup-CEO Michael Corbat keine Zukunft mehr für seine Bank sieht. „Ich bin klar darauf fokussiert das Geschäft zu vereinfachen und unsere begrenzten Mittel da zu investieren, so sie die besten Gewinne versprechen“, gibt er die neue Marschrichtung vor. Nachdem die Bank im zweiten Quartal die Folgen einer milliardenschweren Strafe für ihr Engagement im US-Hypothekenmarkt zu verkraften hatte, sorgte jetzt vor allem der Wertpapierhandel für gute Ergebnisse.

Corbat betonte jedoch, die gute Entwicklung habe sich über „alle Bereiche und Regionen“ erstreckt. Der Umsatz mit 19,6 Milliarden Dollar lag über den Analystenschätzungen von 19,08 Milliarden. Der Gewinn stieg um Sondereffekte bereinigt um 13 Prozent. Einen Zusammenhang mit dem Rückzug aus Teilen Lateinamerikas und anderen Schwellenländern sehen Analysten mit den jüngsten Ereignissen in Mexiko. Corbat gab am Dienstag die Eröffnung eines zweiten internen Ermittlungsverfahrens in Mexiko bekannt. Wieder soll es um Betrug innerhalb der Bank gehen.

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