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19.01.2010

17:55 Uhr

Milliardenverluste

Citigroup findet keinen Anschluss

VonRolf Benders

Die hart von der Finanzkrise getroffene US-Großbank Citigroup kommt nicht aus den roten Zahlen: Das ehemalige Vorzeigeinstitut der Wall Street machte auch 2009 Verluste. Analysten und Fondsmanager fordern die Ablösung von Vorstandschef Vikram Pandit. Bei der Entwicklung der Kreditausfälle gibt es allerdings einen Hoffnungsschimmer.

Unter Druck: Analysten und Fondsmanager fordern die Ablösung von Citigroup CEO Vikram Pandit. Reuters

Unter Druck: Analysten und Fondsmanager fordern die Ablösung von Citigroup CEO Vikram Pandit.

NEW YORK. Trotz des vor allem für das Kapitalmarktgeschäft vorteilhaften Jahresverlaufs wies das derzeit drittgrößte Kreditinstitut der Vereinigten Staaten am Dienstag für 2009 einen Verlust von 1,6 Mrd. Dollar aus. Damit verbesserte sich der Finanzkoloss gegenüber dem Krisenjahr 2008 deutlich, als das Minus 27,6 Mrd. Dollar betrug. Weil die Bank damit aber immer noch weit hinter dem großen Konkurrenten JP Morgan-Chase mit dessen Milliardengewinnen herhinkt, wurden erneut Forderungen nach einer Ablösung von Konzernchef Vikram Pandit laut. "Ich sehe kein Argument, warum Pandit nicht aus der Tür gehen sollte. Es sieht nicht so aus, als bekomme er das Schiff gewendet", sagte Walter Todd, Fondsmanager bei Greenwood Capital. An der Börse gaben Citigroup-Aktien zu Handelsbeginn deutlich nach, der Kurs pendelte dann aber später um den Vortagesschluss.

Vom Star zum Problemfall

Vor der Finanzkrise war die Citigroup eine der angesehensten und größten Banken weltweit. Als der US-Immobilienmarkt kollabierte, zeigte sich, dass das Institut seine Gewinne zuvor vor allem mit riskanten Krediten aufgeblasen hatte. Seit dem Beginn der Rezession im Jahr 2007 musste das Institut mehr als 100 Mrd. Dollar an Abschreibungen verkraften. Nur mit 45 Mrd. Dollar an Staatshilfen konnte Pandit den Kollaps seines riesigen Finanzkonglomerats vermeiden. Die Konkurrenz, allen voran der ähnlich aufgestellte Wettbewerber JP Morgan, nutzte den Aufschwung an den Märkten 2009 nicht nur, um Staatshilfen zurückzuzahlen, sondern auch, um wieder hohe Gewinne zu schreiben. Vergangenen Freitag wies das Institut für 2009 ein Plus von 3,3 Mrd. Dollar aus.

Eine Reihe von Fondsmanagern und Analysten wirft dem 2007 als Krisenmanager geholten Pandit vor, bei der Restrukturierung des Konzerns zu zögerlich vorgegangen zu sein. Seit seinem Amtsantritt hat die Aktie fast 90 Prozent an Wert verloren. "Das Problem sind Vorstände und Aufsichtsräte, die immer noch im Amt sind", sagte Bill Smith, Fondsmanager bei SMA Capital. Pandit habe die Empfehlungen von Unternehmensberatern zu einer schnellen Aufspaltung des Konzerns in den Wind geschlagen und zu lange mit dem Verkauf von Teilen der Bank gewartet. Pandit trennte zwar den Konzern in zwei Teile, von denen einer sukzessive und in Stücken abgestoßen werden soll. Unter anderem verkaufte er das Filialgeschäft in Deutschland. Allerdings kommt er mit dem Verkauf von Firmentöchtern nicht so schnell voran, wie der Markt das gerne hätte.

Kommentare (1)

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Manfred Gehrmann

19.01.2010, 19:23 Uhr

Gerade jetzt sollte man City Group Aktien kaufen. Wenn die Experten abraten, dann ist der richtige Zeitpunkt zum Einstieg.

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