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22.11.2012

19:55 Uhr

Millionen-Bußgeld

UBS droht im Fall Adoboli empfindliche Strafe

Der Handelsskandal um Kweku Adoboli droht für die UBS zum Fass ohne Boden zu werden. Die Zockerei hat die Schweizer Großbank bereits viel gekostet. Jetzt zeichnen sich Millionen-Bußgelder in Großbritannien ab.

Nach der Verurteilung von Kweku Adoboli drohen der UBS empfindliche Bußgelder. Reuters

Nach der Verurteilung von Kweku Adoboli drohen der UBS empfindliche Bußgelder.

LondonDer Fall eines wegen Betrugs verurteilten früheren UBS-Händlers könnte der Schweizer Großbank zusätzlich zu dem Handelsverlust noch eine Buße in zweistelliger Millionenhöhe wegen Mängeln in der internen Kontrolle einbrocken. Die Bank stehe kurz vor einer Einigung mit der britischen Bankenaufsicht Financial Service Authority (FSA), berichtete die "Financial Times" am Donnerstag. Die Buße könnte demnach zwischen 20 Millionen bis zu 50 Millionen Pfund (25 bis 62 Millionen Euro) betragen.

Nachdem der Handelsskandal in London im vergangenen Herbst ans Licht gekommen war, hatten die FSA und die Schweizer Bankenaufsicht Finma formelle Untersuchungen gegen UBS eröffnet. Es ging dabei um die Frage, ob die Kontrollmechanismen der Bank zur Verhinderung und Aufdeckung nicht genehmigter Handelsaktivitäten ausreichend waren und den Vorschriften entsprachen.

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Die Arbeit der Aufsichtsbehörden ruhte dann bis zum Ende des Prozesses gegen Kweku Adoboli, der am Dienstag wegen Betrugs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Seine Zockerei mit börsennotierten Indexfonds (ETF) trug der UBS im September 2011 einen Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar ein.

Laut der "Financial Times" haben die Schweizer ihre Untersuchung abgeschlossen und warten nun auf ihre britischen Kollegen. Eine gemeinsame Erklärung von FSA und Finma könnte in der kommenden Woche kommen.

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Zahlen müsste UBS nur in Großbritannien. Die Schweizer Finma hat von Gesetzes wegen nicht das Recht, Geldbußen zu verhängen. Sie kann organisatorische Veränderungen verlangen und auch personelle Konsequenzen verfügen. Weder Finma noch FSA oder UBS wollten zu dem Bericht Stellung nehmen.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

22.11.2012, 20:06 Uhr

Warum wurde Mr. Adoboli verurteilt, bevor dieser Bericht vorliegt? Das ist ein hervorragender Revisionsgrund.

Mazi

22.11.2012, 20:14 Uhr

Wenn die Meldung stimmt, dann würde mich interessieren wie das Gericht die Mitschuld der Aufsichts- und Kontrollpflichtigen der UBS in seinem Urteil bewertet hat.

Vielleicht gab es in der UBS überhaupt keine Aufsicht oder Kontrolle, was die Angabe, dass der Junghändler innerhalb kürzester Zeit Controlling und Buchhaltung der UBS verstanden hat, stärkt. Dieses in kürzester Zeit erworbene Wissen soll ihn beflügelt haben, die UBS zu übertölpeln.

Es gibt aber noch einen anderen Punkt:
Wenn der junge Mann tatsächlich gefälschte Geschäfte in das Banksystem gegeben hat und auf dieser Basis auch die Boni seiner Vorgesetzten berechnet wurden, dann müssten diese doch auch ihre Boni zurückzahlen bzw. bereits zurückgezahlt haben.

Man kann doch keinen wegen gefälschter Geschäftein den Knast stecken und gleichzeitig die Boni so berechnen als wäre der Erfolg da gewesen.

Der gesamte Vorgang "riecht".

Pequod

22.11.2012, 21:16 Uhr

So kann man nur hoffen, daß sich die UBS bis zum In-
kraftreten des ESM über die Runden retten kann, damit
der zu erwartenden Verlust aufgefangen werden kann!

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