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29.08.2013

00:57 Uhr

Millionen-Entschädigung

Merrill Lynch akzeptiert Vergleich wegen Diskriminierung

Eine Sammelklage schwarzer Börsenmakler gegen Merrill Lynch soll mit einem Millionen-Vergleich beendet werden. Laut Anwälten handelt es sich um eine der höchsten Entschädigungen wegen Diskriminierung.

Die Investmentbank Merrill Lynch soll sich nach einer Sammelklage auf einen Vergleich über 160 Millionen Dollar (rund 120 Millionen Euro) eingelassen haben. dpa

Die Investmentbank Merrill Lynch soll sich nach einer Sammelklage auf einen Vergleich über 160 Millionen Dollar (rund 120 Millionen Euro) eingelassen haben.

ChicagoNach Klagen von 1200 dunkelhäutigen Finanzberatern wegen Rassendiskriminierung hat sich die Investmentbank Merrill Lynch auf einen Vergleich über 160 Millionen Dollar (rund 120 Millionen Euro) eingelassen. Dies erklärte die Kläger-Anwältin Suzanne E. Bish am Mittwoch in Chicago. Nach ihren Worten handelt es sich um eine der höchsten jemals gezahlten Entschädigungssummen wegen Diskriminierung. Im Gegenzug soll ein Verfahren wegen der Ungleichbehandlung von schwarzen Börsenhändlern bei Merrill Lynch eingestellt werden.

Auch die "New York Times" sprach am Mittwoch von der größten Summe, die ein US-Unternehmen je wegen der rassistischen Diskriminierung von Mitarbeitern gezahlt habe. Afroamerikanische Börsenmakler werfen Merrill Lynch vor, sie bei Aufstiegschancen und Gehalt systematisch benachteiligt zu haben. Da das Einkommen von Provisionen abhängt, hätten sie deshalb nicht so viel verdienen können wie weiße Männer, argumentierten die Kläger. Außerdem soll die Bank bevorzugt weiße Makler eingestellt haben.

Merrill Lynch enthielt sich zunächst jeden Kommentars. „Wir kommentieren derzeit weder die Existenz eines Vergleichs noch den Status eines Vergleichs“, erklärte das Unternehmen, das 2009 von der Bank of Amerika gekauft worden war. Der Vergleich muss noch von einem Richter in Chicago genehmigt werden, um wirksam zu werden.

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Das Verfahren lief bereits seit 2005. Der Hauptkläger George McReynolds hatte Merrill Lynch wiederkehrende Diskriminierung unterstellt. Hunderte weitere Kläger hatten sich ihm angeschlossen.

Anwältin Bish sagte, die Klage gegen Merrill Lynch solle helfen, Diskriminierung in der Finanzbranche insgesamt zurückzudrängen. Der Effekt solle „auf den Rest der Wall Street überspringen“.

Kommentare (1)

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Steuermichel

03.09.2013, 11:21 Uhr

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