Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2010

11:00 Uhr

Millionenergebnis

Dekabank gewinnt durch Erholung auf Finanzmarkt

VonPeter Köhler, Anke Rezmer

Das rund laufende Kapitalmarktgeschäft und ein Programm zur Kostensenkung haben der Dekabank im vergangenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinn beschert. Im laufenden Jahr muss Vorstandschef Waas dringend den schwächelnden Fondsabsatz ankurbeln. Die Sparkassen übernehmen Anteile an dem Institut von Landesbanken.

Dekabank-Chef Franz S. Waas wird den Millionengewinn auch als Bestätigung seiner Strategie verbuchen. ap

Dekabank-Chef Franz S. Waas wird den Millionengewinn auch als Bestätigung seiner Strategie verbuchen.

FRANKFURT. Die Dekabank wird das vergangene Geschäftsjahr voraussichtlich mit einem deutlichen Gewinn abschließen. Nach Angaben aus Finanzkreisen wird das wirtschaftliche Ergebnis knapp 600 Millionen Euro betragen, wozu vor allem die Erträge aus dem Kapitalmarktgeschäft beigetragen haben. "Die Dekabank profitierte im Schlussquartal von Wertaufholungen bei Anleihen und von den insgesamt rund laufenden Kapitalmarktgeschäft", hieß es gestern im Eigentümerkreis der Bank. Außerdem läuft ein umfassendes Programm zur Kostensenkung. Nach seinem Amtsantritt 2006 hatte Vorstandschef Franz S. Waas für 2008 einen Gewinn von 650 Millionen Euro angepeilt. Die Finanzkrise hatte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Waas hatte in dieser Woche gegenüber dem "Luxemburger Tageblatt" für 2009 einen Gewinn prognostiziert, der deutlich über den Neunmonatszahlen des Fondsanbieters liegen werde, ohne diesen zu quantifizieren. Von Januar bis September 2009 hatte der zentrale Asset-Manager der Sparkassen ein Ergebnis von 502 Millionen Euro erwirtschaftet gegenüber nur 6,8 Millionen Euro in der Vergleichszeit 2008.

Waas wird sein gutes Abschneiden für 2009 auch als Bestätigung des Geschäftsmodells werten, das Fonds- und Kapitalmarktgeschäft zu verbinden. Die Dekabank gehört jeweils zur Hälfte den Sparkassen und Landesbanken. In der Vergangenheit hatte es Kritik an ihrer Strategie gegeben, weil die Sparkassen befürchteten, die Dekabank gehe zu große Risiken an den Kapitalmärkten und bei Derivate-Positionen ein.

Eigentümerkreis des Vermögensverwalters wird 2010 neu geordnet

Das Gleichgewicht im Eigentümerkreis der Dekabank dürfte sich in diesem Jahr zugunsten der Sparkassen verändern. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will sich im Zuge ihrer Sanierung von den Deka-Anteilen trennen, dem Vernehmen nach gilt das auch für die WestLB. Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Claus Friedrich Holtmann, hatte Ende 2009 erklärt, er sei an den Anteilen der LBBW interessiert. Der Verband hält einen Anteil von 1,8 Prozent an der Dekabank, als Ziel wären insgesamt zehn Prozent realistisch, sagte Holtmann. Derzeit läuft eine Unternehmensbewertung der Dekabank.

Fondsgeschäft leidet unter hohen Mittelabflüssen

Während das Kapitalmarktgeschäft der Dekabank offenbar gute Erträge abwirft, leidet das Fondsgeschäft unter der Zurückhaltung der Anleger. Die Deka hat im vergangenen Jahr unter den großen deutschen Fondsgesellschaften die höchsten Kapitalabflüsse aus Investmentfonds zu beklagen gehabt. Anleger zogen aus Deka-Fonds bis Ende November 6,5 Milliarden Euro ab, wie aus aktuellsten Zahlen des Branchenverbands BVI hervor geht.

Der milliardenschwere Netto-Fondsabsatz der Deka-Indexfonds-Tochter ETFlab konnte das Absatzminus auf 4,5 Milliarden Euro dämpfen. Deka-Kunden gaben in großem Stil Anteile von Geldmarkt- und Rentenfonds zurück. Auch aus Aktienfonds floss netto Kapital ab. Sparkassenberater verkauften den vielfach besonders sicherheitsorientierten Kunden alternativ Sparkassenprodukte wie Termingeld, hieß es bei der Deka. Maßgeblich neues Geld einsammeln konnten dagegen die Deka- Immobilienfonds.

Die Steigerung der Vertriebsleistung stehe vor diesem Hintergrund ganz oben auf der Agenda für 2010, hieß es gestern in Finanzkreisen. Vor allem sogenannte Lebenszyklusfonds zur Altersvorsorge sollten in den kommenden Monaten einen Absatzschwerpunkt bilden, wozu auch eine Werbekampagne anlaufe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×