Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2014

13:39 Uhr

Millionenschaden

Apo-Bank droht Schlappe vor Gericht

Mit Finanzspekulationen hat die Apo-Bank in der Krise Millionen verloren. Einen Teil will sie sich von Ex-Vorständen erstatten lassen. Die berufen sich auf ihren Entscheidungsspielraum – und kommen damit wohl durch.

Die Düsseldorfer Apotheker- und Ärztebank machte im Zuge der Finanzkrise knapp 283 Millionen Euro Verlust. Pressebild

Die Düsseldorfer Apotheker- und Ärztebank machte im Zuge der Finanzkrise knapp 283 Millionen Euro Verlust.

DüsseldorfDer Apotheker- und Ärztebank droht in einem Streit um 66 Millionen Euro Schadenersatz vor dem Düsseldorfer Landgericht eine Niederlage. Die Bank hatte ihre ehemaligen Vorstände wegen Verlusten im Zuge der weltweiten Finanzkrise verklagt. Sie hätten mit der Investition in strukturierte Finanzprodukte ihre Sorgfaltspflichten verletzt und gegen das Spekulationsverbot der Bank verstoßen. Das Geldhaus habe nach vorläufiger Lage „die Latte ein bisschen zu hoch gehängt“, sagte Richterin Ulrike Bardo am Freitag. Die weltweite Bankenkrise sei „in dieser Schärfe nicht vorhersehbar“ gewesen.

Zweifellos seien die Vorstände verpflichtet, jede Anlage sorgfältig zu prüfen. „Aber man kann auch mal danebenliegen“, sagte Bardo. Die Kammer will am 16. Juni eine Entscheidung verkünden. Die Bank hatte fünf ihrer ehemaligen Manager, darunter auch Ex-Bankchef Günther Preuß, auf Zahlung von 66 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Die Apo-Bank wirft ihren Ex-Managern vor, gegen das in der Satzung verankerte Spekulationsverbot der Bank verstoßen und keine ausreichende Risikoabwägung vorgenommen zu haben. So habe der Vorstand im Februar 2007 beschlossen, sogenannte CDO-Wertpapiere im Nennwert von 42,45 Millionen Euro auf Kredit zu erwerben. Im Zuge der Finanzkrise seien die Papiere völlig wertlos geworden. Mitte 2007 sei zudem eine Anleihe erworben worden, mit der die Bank 24 Millionen Euro verloren habe.

Schadensersatzforderungen: Wenn Manager ihre Vorgänger verklagen

Schadensersatzforderungen

Wenn Manager ihre Vorgänger verklagen

Der insolvente Immobilienriese IVG will vier frühere Vorstände in Regress nehmen. Die Höhe der Forderungen könnte alle bisherigen Fälle übertreffen. Immer mehr Konzernlenker lassen ihre Vorgänger für Fehler zahlen.

Insgesamt hatten sich die Verluste der Bank im Zuge der Finanzkrise auf 283 Millionen Euro summiert, woraufhin das Düsseldorfer Geldhaus Garantien des genossenschaftlichen Bankenverbands in Anspruche nehmen musste.

Die Bankmanager berufen sich auf ihren unternehmerischen Entscheidungsspielraum, den sie nicht überschritten hätten. Risiken seien für das Bankgeschäft charakteristisch und daher grundsätzlich zulässig. Der Eintritt der Finanzkrise sei beim Treffen der kritisierten Entscheidungen nicht vorhersehbar gewesen. Die Papiere seien mit höchsten Bonitätswerten ausgewiesen gewesen.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Coza

17.01.2014, 16:52 Uhr

Man jongliert doch nicht mit Geld, welches nicht vorhanden ist und für welches man erst Kredit aufnehmen muß. So dumm und verbrecherisch kann nur ein Bankster sein.
Dagegen ist ja Prokon ein seriöses Unternehmen.

M.G.

20.01.2014, 12:06 Uhr

Wenn man Vorstände einstellt, die den Charakter der Genossenschaft nicht verstehen, dann liegt die Wurzel des Problems tiefer, nämlich im Aufsichtsrat. Hier findet sich Gedankengut der Gewinnoptimierung und nicht der Umverteilung, um das ideele Gut der Heilberufe zu fördern. Als ehemaliger Mitarbeiter der Apobank finde ich den Niedergang des Unternehmens sehr bedenklich. MG.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×