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01.02.2007

09:59 Uhr

Missstände im Privatkundengeschäft

EU wirft den Banken „Abzocke“ vor

Die EU-Kommission will wettbewerbsfeindliches Verhalten der Kreditwirtschaft bei der Einführung des einheitlichen Euro-Zahlungsraumes (Sepa) kompromisslos ahnden.

HB BRÜSSEL. „Ich werde ohne zu zögern eingreifen, falls die Banken als Folge des neuen Zahlungssystems die Preise anheben oder die Qualität ihrer Produkte senken“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel. Kroes stellte einen Bericht über Missstände im Privatkundengeschäft (Retail-Banking) der Banken vor.

Besonders die Kreditkarten-Gesellschaften nahm Kroes ins Visier. Es bestünden große Unterschiede bei den Händlergebühren und den Abwicklungsgebühren zwischen den Banken. Nach Angaben der Kommissarin sind die Gebühren für Kreditkarten in Portugal und Spanien dreimal so hoch wie in Italien oder Finnland.

Sepa werde hoffentlich dazu führen, „dass Einzelhändler mehr Möglichkeiten bei der Wahl des Anbieters erhalten“, heißt es in dem Bericht. Stärkerer Wettbewerb in dem „hoch konzentrierten Markt“ sei wünschenswert. Der Eintritt neuer Marktteilnehmer werde oft verhindert. Die Kartenbranche kommt laut Kommission auf ein Marktvolumen von 1,35 Bill. Euro pro Jahr.

Im Privatkundengeschäft ist der Kommissarin die „dauerhaft hohe Rentabilität“ und die „starke Marktkonzentration“ ein Dorn im Auge. Zumindest in einigen Mitgliedstaaten gebe es Kroes zufolge „Anlass zu Bedenken“. Die Verbraucher würden allzu oft „abgezockt“, sagte die Kommissarin.

Mangelhafte Kundenmobilität und Produktbindung seien „eindeutige Hinweise auf Wettbewerbsprobleme“. Kroes fügte hinzu: „Es wurden weit verbreitete Wettbewerbsbeschränkungen festgestellt, die die Kosten der Dienstleistungen im Retail-Banking unnötig in die Höhe treiben.“

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