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23.12.2011

12:04 Uhr

Misstrauen wächst

Banken bunkern immer mehr Geld bei der EZB

Europas Banken trauen einander nicht. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, setzen sie auf Sicherheit und parken es lieber bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Das weckt Erinnerungen an die Folgen des Lehman-Crashs.

EZB-Zentrale in Frankfurt: Die Finanzinstitute vertrauen ihr Geld der Notenbank an. dpa

EZB-Zentrale in Frankfurt: Die Finanzinstitute vertrauen ihr Geld der Notenbank an.

FrankfurtDie „Vorsichtskasse“ der Banken bei der Europäischen Zentralbank ist zum Wochenausklang stark gestiegen. Die eintägigen Einlagen kletterten am Freitag auf 347 Milliarden Euro und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juni 2010, wie aus Zahlen der EZB vom Freitag hervorgeht. Am Donnerstag hatten sie noch 82 Milliarden Euro niedriger bei 265 Milliarden Euro gelegen. Damit sind die „Übernacht-Einlagen“ nur noch knapp 40 Milliarden Euro von ihrem Höchststand entfernt, der im Sommer 2010 bei knapp 385 Milliarden Euro erreicht worden war.

Die eintägigen Ausleihungen der Banken bei der EZB sanken zwar leicht von 7,5 Milliarden auf 6,3 Milliarden Euro. Das aktuelle Niveau ist aber deutlich höher als üblich.

Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB sind ein Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise greifen die Institute kaum auf diese sehr kurzfristigen Geschäfte mit der Notenbank zurück, da die Konditionen ungünstig sind. Für gewöhnlich versorgen sich die Banken lieber untereinander mit Zentralbankgeld. Dieser Handel am sogenannten Interbankenmarkt ist aber - ähnlich wie in der ersten Finanzkrise 2008 - erneut gestört. Ausschlaggebend sind die Schuldenkrise und das starke Engagement einzelner Institute in Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten. Wegen der aktuell hohen Unsicherheit parken die Banken reichlich Liquidität bei der EZB, selbst unter Inkaufnahme von Zinsverlusten.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Thomas-Melber-Stuttgart

23.12.2011, 13:00 Uhr

Werden diese Ein-Tages-Einlagen verzinst? Weshalb stellt die EZB überhaupt weiter frisches Geld zur Verfügung, wenn es gar nicht gebraucht wird?

Heinrich

23.12.2011, 13:08 Uhr

Weil die EZB auch nicht mehr so richtig durchblickt verehrter Poster.

Account gelöscht!

23.12.2011, 13:20 Uhr

Die Vorsichtskasse ist gestiegen... Vielleicht liegt es auch nur daran, dass die Banken noch nicht genug Zeit hatten Herrn Draghis Geldsegen gewinnbringend unterzubringen und so liegt es halt vorerst verzinst bei der EZB.

Bitte nicht schon wieder an der Geldknappheit arbeiten!!! Die EZB bezorgt gerade frisches Papier um wie versprochen Anfang des neuen Jahres weiterdrucken zu koennen. Also bitte ETWAS Geduld. Der ausgeschiedene Italiener Herr Bini Smaghi konnte ja zu unser aller Glueck sein Werk nicht vollenden:

http://www.cnbc.com/id/45773610

Aber Herr Draghi kann ja auch ohne ihn weitermachen ;-)

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