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28.03.2006

17:36 Uhr

Mit erstem Quartal zufrieden

MLP will mit Banken um vermögende Kunden konkurrieren

Im ersten Quartal dieses Jahres hat der Heidelberger Finanzdienstleister MLP eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnet. Zukünftig will MLP zudem neben dem Kerngeschäft Altersvorsorge im Segment Vermögensverwaltung kräftig zulegen.

Hauptverwaltung des Finanzdiensters MLP in Heidelberg. Foto: dpa

Hauptverwaltung des Finanzdiensters MLP in Heidelberg. Foto: dpa

HB FRANKFURT. „MLP hat bereits heute rund 150.000 Kunden im Alter von über 40 Jahren“, sagte MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg am Dienstag in Frankfurt. „Innerhalb von fünf Jahren werden es doppelt so viele sein.“ Diesen Kunden will MLP als unabhängiger Vermögensberater dienen und bis 2007 rund fünf Milliarden Euro Kundenvermögen verwalten. Eine Bank werde MLP dafür nicht erwerben. Anders als der überwiegend unter 40-jährige Kundenstamm von MLP verfüge die ältere Klientel über mehr freie Mittel zur Geldanlage. Eine individuelle Vermögensberatung böten bisher nur Banken, umriss Schroeder-Wildberg das im Aufbau befindliche Geschäftsfeld.

Bisher steht die Vermögensberatung bei MLP noch im Schatten der dominierenden privaten und betrieblichen Altersvorsorge. „Wir wollen den Ertragsanteil der Vermögensberatung bei deutlich über zehn Prozent stabilisieren“, sagte Schroeder-Wildberg. MLP erzielt bisher weniger als zehn Prozent der Provisionseinnahmen von zuletzt 566 Millionen Euro mit der Vermittlung von Finanzprodukten. Das verwaltete Kundenvermögen betrug Ende 2005 rund 2,9 Milliarden Euro.

Lizenz zur Anlagevermittlung

Als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem vollwertigen Vermögensberater wertete der Vorstandschef die jüngst von der Banken-Aufsichtsbehörde BaFin erteilte Lizenz zur Anlage- und Abschlussvermittlung. „Wir erhalten damit als erster Makler die Erlaubnis, den Kunden das gesamte Spektrum an Zertifikaten, Finanzbeteiligungen oder Rohstoffen anbieten zu können“, sagte der MLP-Chef. Zur Beratung der vermögenden Kunden beschäftigt MLP knapp 100 speziell ausgebildete Betreuer. Insgesamt betreut MLP seine zumeist aus Akademikern bestehenden 659.000 Kunden mit 2564 Beratern.

Mit dem Vermittlungsgeschäft in den ersten drei Monaten des Jahres zeigte sich der Heidelberger Konzern zufrieden. „Wir sind mit dem Neugeschäftsvolumen bei Alters- und Gesundheitsvorsorge, Finanzierung sowie Geldanlage sehr zufrieden“, sagte Finanzvorstand Nils Frowein. Weitere Details will MLP am 10. Mai bekannt geben.

Für das Gesamtjahr bekräftigte MLP die bisherige Prognose, wonach der Vorsteuergewinn um 75 Prozent auf 120 Millionen Euro steigen soll. Im vergangenen Jahr hatte sich MLP für rund 334 Millionen Euro von seinen Versicherungstöchtern getrennt und ist seitdem als reiner Makler aktiv. Die Erträge aus der Vermittlung sollen einschließlich des Bankgeschäfts 2006 um 19 Prozent auf 675 Millionen Euro zulegen.

Unzufrieden ist MLP jedoch weiter mit dem Auslandsgeschäft in Großbritannien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Spanien. Mit dem Erreichen der Gewinnschwelle sei trotz der Aufgabe des Neukundengewinnung in der Schweiz erst im kommenden Jahr zu rechnen, räumte Frowein ein. Im laufenden Jahr werde der Verlust im Ausland rund fünf Millionen Euro betragen und damit um rund drei Millionen Euro sinken. An seinem Auslandsengagement will MLP aber festhalten und strebt zur Begrenzung der Verluste Kooperationen oder Übernahmen an. Zukäufe seien bis zu 150 Millionen Euro vorstellbar, sagte Frowein.

Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten MLP-Aktien legten am Dienstag im Markttrend 0,3 Prozent auf 19,56 Euro zu.

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