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24.11.2015

12:37 Uhr

Mobiler Bezahldienst Yapital

Ein Paypal-Killer killt sich selbst

VonLaura de la Motte

Das Bezahlen per Handy setzt sich in Deutschland nur im Schneckentempo durch. Die Otto-Gruppe suchte für ihren schwächelnden Dienst Yapital einen Investor. Vergeblich. Ende Januar wird das Zahlungssystem begraben.

Ursprünglich peilte Yapital für 2015 eine Million Nutzer an, doch heute sind es erst knapp 100.000. dpa

Bezahlen per Yapital

Ursprünglich peilte Yapital für 2015 eine Million Nutzer an, doch heute sind es erst knapp 100.000.

FrankfurtDie Otto-Gruppe zieht die Reißleine und stellt zum 31. Januar 2016 ihre Handy-Bezahl-App Yapital ein. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Der Grund dafür: mangelnde Nutzerzahlen. Auch wenn seit Jahren von vielen Beratungshäusern und Marktteilnehmern ein Durchbruch beim mobilen Bezahlen in Deutschland erwartet wird, machte Otto andere Erfahrungen.

„Die Geschäftsentwicklung und vor allem die Entwicklung der Endkundenzahl ist in diesem Bereich zum aktuellen Zeitpunkt schlicht nicht kalkulierbar. Bereits vor drei Jahren sprach man vom Mobile-Payment-Durchbruch, und dennoch gibt es heute laut Studien gerade mal 200.000 Nutzer in Deutschland“, sagt Marcus Berg, Geschäftsführer von Yapital.

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Yapital war der Weckruf für die Bankenbranche. Die Geldhäuser hatten den Bezahldiensten Paypal und Amazon Payments seit Jahren das Feld überlassen. Doch die Händler mögen die Verfahren nicht, weil sie erstens teuer und zweitens die Einkaufsdaten mitgelesen werden. Inzwischen haben sich die Banken und Sparkassen zusammengetan und rollen mit Paydirekt gerade ein eigenes Verfahren aus. Das funktioniert jedoch zunächst nur beim Onlinehandel.

Die Otto-Gruppe nahm die Sache bereits 2013 selbst in die Hand und gründete Yapital – eine Lösung, die im Laden und im Internet funktioniert. Möglich wurde dies durch einen QR-Code, der sowohl auf dem Kassenterminal, als auch auf Webseiten oder auf Rechnungen angezeigt wird. Per Handy muss dieser Code nur abfotografiert werden. Von Fachleuten gab es großen Zuspruch für diese umfassende Lösung, weil die Grenzen zwischen Laden und Internet sowieso immer fließender werden.

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