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20.05.2015

13:06 Uhr

Möglicher EU-Austritt

Deutsche Bank spielt Brexit-Szenarien durch

David Camerons Wiederwahl macht den EU-Austritt Großbritanniens wahrscheinlicher. Die Deutsche Bank will darauf vorbereitet sein. Sie beschäftigt sich bereits jetzt mit den Auswirkungen eines möglichen Brexit.

Deutschlands größte Bank spielt die Auswirkungen eines „Brexit“ durch. Reuters

Deutsche-Bank-Zentrale in London

Deutschlands größte Bank spielt die Auswirkungen eines „Brexit“ durch.

FrankfurtDie Deutsche Bank will auf ein mögliches Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union („Brexit“) vorbereitet sein. Eine hochrangig besetzte Arbeitsgruppe beschäftige sich mit diesem Szenario und den verschiedenen Auswirkungen auf das Geschäft, sagte eine Konzernsprecherin am Dienstag. Dabei gehe es um die Frage, welche Geschäftsbereiche aus der Finanzmetropole London abgezogen und in andere EU-Länder, etwa Deutschland, geholt werden könnten. Die Überlegungen der Expertengruppe seien allerdings noch in einem sehr frühen Stadium.

Die Deutsche Bank ist seit 1873 in Großbritannien vertreten und hat derzeit rund 9000 Mitarbeiter an 16 Standorten in Großbritannien. Ein Großteil des Investmentbankings wird vom großen Handelsraum in London geführt. Die „Brexit“-Debatte ist wieder in Gang gekommen, nachdem die Konservative Partei von Premierminister David Cameron die britische Parlamentswahl Anfang Mai überraschend deutlich gewonnen hat. Cameron will den traditionell europakritischen Briten zu mehr Macht gegenüber Brüssel verhelfen und hat bis 2017 eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt. Die Möglichkeit eines „Brexit“ macht vor allem der Wirtschaft Sorgen.

Ein weitgehender Rückzug der Deutschen Bank wäre ein erheblicher Schlag für den Finanzplatz London und die stark vom Finanzsektor abhängige britische Volkswirtschaft. Die Deutsche Bank ist eines der ersten Geldhäuser, das seine Überlegungen zu einem Rückzug von der Insel öffentlich macht. Zuletzt hatten auch britische Traditionsbanken wie HSBC und Standard Chartered öffentlich eine Verlagerung ihrer Zentralen weg von London ins Spiel gebracht. Sie hatten sich dabei über die zunehmend strengeren Regeln für Banken in Großbritannien und vor allem über die neuen Bankabgaben beschwert. Es wird damit gerechnet, dass weitere Euro-Banken folgen. Die Deutsche Bank betonte, dass es bei ihren Überlegungen allein um die Frage gehe, ob Großbritannien in der EU bleibt.

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