Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.07.2016

17:16 Uhr

Monte dei Paschi

Italien erwägt Staatshilfe für Problembank

Sie gilt als die älteste noch existierende Bank der Welt, doch seit Jahren befindet sich die italienische Monte dei Paschi in der Krise. Nun plant Italiens Regierung offenbar eine Rettungsaktion – zum wiederholten Mal.

Die Monte dei Paschi wurde 1472 gegründet und ist damit die wohl älteste noch existierende Bank der Welt. AFP; Files; Francois Guillot

Hauptsitz in Siena

Die Monte dei Paschi wurde 1472 gegründet und ist damit die wohl älteste noch existierende Bank der Welt.

RomDie italienische Regierung bereitet sich einem Medienbericht zufolge auf eine neuerliche Rettungsaktion für die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) vor. Es würden bereits Gespräche mit den europäischen Bankaufsichtsbehörden geführt, um für neue staatliche Hilfsgelder grünes Licht zu bekommen, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag eine mit den Plänen vertraute Person. Die Regierung wolle eine Sonderregel nutzen, die Staatshilfe für den Fall erlaubt, falls bei Stresstests der Behörden Kapitallücken auftreten. Am 29. Juli wollen die EU-Bankenaufsicht Eba und die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse des diesjährigen Krisentests für die Branche vorlegen.

„Der Brexit hat die Schwankungen einer ohnehin schon unsicheren Welt noch einmal erhöht“, sagte der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan. „Die Aufgabe von Wirtschaftspolitik ist es, die kurzfristigen Instabilitäten zu minimieren.“ Laut der Zeitung „La Stampa“ sieht der Rettungsplan MPS den Verkauf von Wandelschuldverschreibungen an den Staat und eine Kapitalspritze von drei Milliarden Euro durch einen größtenteils von der Branche selbst gefüllten Rettungsfonds vor.

MPS leidet besonders stark unter einem Berg fauler Kredite. Am Montag wurde bekannt, dass die EZB-Bankenaufseher nun einen drastischen Abbau verlangen. Dieser dürfte ohne eine neuerliche Kapitalerhöhung kaum gelingen. Die 1472 gegründete MPS gilt als älteste Bank der Welt. Doch seit der Finanzkrise hat sie sich nicht wirklich erholt – trotz mehrerer Kapitalerhöhungen und zweier Rettungsaktionen durch den Staat. Die Aktien der Bank setzten am Dienstag ihre Talfahrt fort. Bis zum Nachmittag verloren sie weitere zehn Prozent und haben damit in diesem Jahr schon drei Viertel an Wert verloren.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×