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12.10.2016

17:13 Uhr

Monte dei Paschi

Italienische Krisenbank erhält keine Staatshilfe

Spekulationen über öffentliche Hilfen für die Krisenbank Monte dei Paschi sind vom Tisch: Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan schloss dies aus. Ex-Finanzvorstand Marco Morelli soll das Ruder herumreißen.

Die älteste Bank der Welt ächzt unter einem massiven Berg fauler Kredite. dpa

Krisenbank Monte dei Paschi

Die älteste Bank der Welt ächzt unter einem massiven Berg fauler Kredite.

Rom/MailandItaliens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan schließt öffentliche Hilfen für die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena aus. „Maßnahmen für staatliche Unterstützung oder eine Verstaatlichung sind nicht vorgesehen“, sagte Padoan am Mittwoch im Parlament. Auch jedes Gerede über die Eröffnung eines Bail-in-Verfahrens basiere auf haltlosen Spekulationen.

Beim Bail-in stehen zunächst Eigentümer und Gläubiger für Verluste und Kosten zur Stabilisierung einer Bank bis hin zu Abwicklung gerade. Den Gegensatz dazu bildet der sogenannte Bail-out, dem Herauspauken der Gläubiger durch externe Finanzhilfen.

Am Wochenende hatte der italienische Bankenrettungsfonds Atlante angekündigt, er werde sich nicht an der geplanten Kapitalerhöhung von Monte Paschi von bis zu fünf Milliarden Euro beteiligen, die zum Sanierungsplan des Instituts gehört. Die älteste Bank der Welt hat beim europäischen Banken-Stresstest 2014 und in diesem Sommer jeweils am schlechtesten abgeschnitten.

Ex-Finanzvorstand Marco Morelli soll als neuer Chef das Ruder bei dem Institut herumreißen. Das Geldhaus ächzt wie die gesamte Branche in Italien unter einem Berg fauler Kredite, der sich im Zuge einer hartnäckigen Konjunkturflaute angehäuft hat.

Von der italienischen Notenbank kam in diesem Zusammenhang Kritik an dem regulatorischen Umfeld in der EU. Die neuen europäischen Bankregeln für den Umgang mit einer Bankenkrise sorgten für negative Folgen für den Finanzsektor und dies nicht nur in Italien, bemängelte ihr Generaldirektor Salvatore Rossi. Die Bail-in-Regeln schützten zwar richtigerweise die Steuerzahler, träfen aber Privatanleger. Dies „untergrabe das Vertrauen in das System und letztlich in die Finanzstabilität des Landes und der ganzen Euro-Zone“, erklärte Rossi gegenüber Reuters.

Von

rtr

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