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11.01.2017

12:21 Uhr

Monte dei Paschi

Spitzengespräch zum Sanierungsplan für Krisenbank

Monte dei Paschi scheiterte im Dezember mit einer Kapitalerhöhung. Nun will Italien der Krisenbank mit einer vorsorglichen Rekapitalisierung helfen. Dazu haben sich der Finanzminister und der Chef der Bank getroffen.

Börse am Abend

Italien bestreitet Misserfolg Monte Dei Paschis

Börse am Abend: Italien bestreitet Misserfolg Monte Dei Paschis

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RomItaliens Finanzminister und die Führungsspitze der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) wollen der Europäischen Zentralbank (EZB) in den kommenden Wochen einen Sanierungsplan für das angeschlagene Kreditinstitut vorlegen. Bei einem Treffen am Dienstag in Rom berieten Finanzminister Pier Carlo Padoan, der MPS-Vorsitzende Alessandro Falciai und sein Stellvertreter Marco Morelli über künftige Maßnahmen, wie das Ministerium am Abend mitteilte.

Der Staat will der Bank mit einer vorsorglichen Rekapitalisierung aus der Misere helfen: Nach Berechnungen der Bankenaufsicht in Frankfurt benötigt das unter faulen Krediten leidende Geldhaus aus der Toskana 8,8 Milliarden Euro an frischem Kapital.

Ein Sanierungsplan muss auch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Brüssel hatte bereits eine kurzfristige Geldspritze durch den Staat genehmigt, allerdings noch nicht entschieden, ob

Warum italienische Banken in der Klemme stecken

Faule Kredite und flaues Wachstum

Italiens Wirtschaft gilt als chronisch wachstumsschwach und dümpelt nach einer schweren Rezession weiter vor sich hin. Als Folge der Krise haben die Banken unter den Augen der Aufseher einen Berg an Problem-Darlehen in Höhe von 356 Milliarden Euro angehäuft. Viele dieser Kredite wurden an Firmen vergeben. Der Präsident des Mannheimer ZEW-Instituts, Achim Wambach, hält die angespannte Lage der Finanzbranche für gefährlich und spricht von "durchaus beachtlichen wirtschaftlichen Risiken".

Hoher Kapitalbedarf

Die schwere Last durch die vielen faulen Kredite sorgt dafür, dass die ohnehin zumeist wenig rentabel arbeitenden Geldhäuser mehr Kapital als Puffer vorhalten müssen. Die Institute in Italien brauchen in den kommenden Monaten Schätzungen zufolge zwischen 20 und 40 Milliarden Euro an Kapital, um die Bilanz zu bereinigen und den Abbau fauler Kredite zu finanzieren. Ihr Filialnetz ist im europäischen Vergleich überaus eng geknüpft, was zusätzliche Kosten verursacht. Unicredit setzt nun die Axt auch beim Personal an.

Politische Unsicherheit

Regierungschef Matteo Renzi hat nach seiner klaren Niederlage beim Verfassungsreferendum das Handtuch geworfen. Obwohl mit Paolo Gentiloni rasch ein reformorientierter Nachfolger gefunden wurde, gibt es weiter die Furcht, dass bei Neuwahlen europa-skeptische Populisten Oberwasser erhalten könnten. In diesem Klima der Unsicherheit ist es für die Banken schwierig, das Vertrauen der Investoren für Kapitalerhöhungen zu finden. Insbesondere die angeschlagene Monte dei Paschi di Siena (MPS) bekommt die Zurückhaltung zu spüren.

EZB macht Druck

Die MPS muss bis zum Jahresende fünf Milliarden Euro bei Anlegern einsammeln. Experten sind aber skeptisch, dass dies gelingt. Eine Fristverlängerung lehnen die Frankfurter Bankenaufseher von der EZB ab. Zudem muss die Bank aus der Toskana ihre faulen Kredite bis 2018 um 40 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro abbauen.

Unicredit will die dünne Kapitaldecke mit 13 Milliarden Euro aufpolstern, doch nicht sofort: Das Manöver soll bis Juni 2017 umgesetzt sein. Just für jenen Monat erwartet Renzi Neuwahlen. Zuvor will die Mutter der Münchner HypoVereinsbank noch mit ihrer Fondssparte Pioneer Kasse machen: Der 3,5 Milliarden Euro schwere Verkauf an die französische Amundi soll in der ersten Jahreshälfte 2017 über die Bühne gehen.

Staat kann nicht ohne weiteres Retter spielen

Italiens Bankenrettungsfonds Atlante ist im April ins Leben gerufen worden, um den Kriseninstituten des Landes zu helfen. Die Mehrheit halten private Investoren. Mit ihrer Hilfe gelang es, die in Schieflage geratene Banca Popolare di Vicenza aufzufangen. Der Fonds ist allerdings noch im Aufbau. Wenn eine Bank wie etwa MPS rasch Geld benötigen sollte, dürfte wieder der Ruf nach dem Staat als Retter laut werden. Doch anders als nach der weltweiten Finanzkrise 2008 verfügt Europa inzwischen über ein Regelwerk im Umgang mit maroden Banken. Eigentümer und Gläubiger sollen für Verluste bluten und nicht mehr primär die Steuerzahler. Bei MPS wären davon auch Zehntausende Kleinanleger betroffen - ein Politikum.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.01.2017, 16:25 Uhr

Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:13 Uhr
Obama hat in Nazi-Deutschland Asyl beantragt. Kim Jong-un hat es genehmigt.

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