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17.11.2011

15:16 Uhr

Moody's Herabstufung

Sein oder nicht sein - ist für Landesbanken die Frage

Die Zukunft der Landesbanken stirbt nicht an einem Tag, sondern an mehreren. Heute ist so einer. Die Institute verlieren politischen Rückhalt, sagt die Ratingagentur Moody's. Die Folgen ihres Urteils sind dramatisch.

Schwierige Zeiten nicht nur für die BayernLB. dpa

Schwierige Zeiten nicht nur für die BayernLB.

FrankfurtDie deutschen Landesbanken und ihre Gläubiger können sich nach Auffassung der Ratingagentur Moody's nicht mehr wie bisher auf den finanziellen Rückhalt von Ländern und Sparkassen verlassen.

Die Finanzexperten bewerten die Kreditwürdigkeit von elf Instituten aus dem Landesbankensektor nun um bis zu drei Rating-Stufen schlechter als vorher. „Die künftige Unterstützung des Staates für die öffentlichen Banken ist unsicherer geworden“, erklärte Ratinganalystin Katharina Barten.

Rating der LandesbankenMoodysFitch
neualt
Deka BankAa3Aa2-
HelabaA1Aa2A+
Landesbank BerlinA1A+
LBBWA2Aa2A+
Nord LBA2Aa2A
Bremer Landesbank A2Aa2A
Saar LBA3A1A
West LBA3A-
Norddeutsche Landesbank LuxembourgA3Aa3-
Bayern LBBaa1A1A+
Deutsche HypothekenbankBaa1A1-
HSH NordbankBaa2A3A-

Die Gründe dafür sind: Die EU schränkt durch ihr Beihilferegime die Möglichkeiten staatlicher Eingriffe ein. Und das deutsche Restrukturierungsgesetz lässt zunächst die Gläubiger von Banken bluten, bevor sie von ihren Eigentümern aufgefangen werden sollen.

„Dauerhaft niedrige Ratings können die Banken nicht durchhalten. Wir sind in einer labilen Situation“, warnt der Finanzprofessor Christoph Kaserer von der TU München. Allerdings kommt für Kaserer die Herabstufung durch Moody’s nicht überraschend. „Das ist letztlich eine Reaktion auf das Restrukturierungsgesetz der Bundesregierung, mit dem die Haftung des Steuerzahlers für den Bankensektor reduziert werden soll“, so Kaserer.

In einer Studie kommt der Finanzexperte zu dem Schluss, dass das Restrukturierungsgesetz zu steigenden Refinanzierungskosten von 35 Basispunkten führt. Die Schuldverschreibung einer Bank würde dann nicht mehr beispielsweise fünf Prozent, sondern 5,35 Prozent kosten. Allerdings dürfe man die Landesbanken nicht über einen Kamm scheren. Landesbanken mit einem direkten Zugang zu Privatkunden mit Bankeinlagen hätten weniger Probleme als andere.

Abdoulaye Aboubakar, Finanz-Analyst bei der DZ Bank, ergänzt: „Das Margengeschäft der Landesbanken funktioniert seit dem Wegfall der Gewährträgerhaftung schon nicht mehr. Am besten stehen daher jene Landesbanken, die Zugang zum Retail-Geschäft haben wie etwas die NordLB, Landesbank Berlin, Helaba oder LBBW.“ Das niedrigere Rating bedeute aus seiner Sicht aber nicht, dass die Landesbanken nun weniger mit öffentlicher Unterstützung rechnen können.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

17.11.2011, 15:47 Uhr

Kein Mensch braucht eine Landesbank!

Die Institute bitte sofort liquidieren...!

Account gelöscht!

17.11.2011, 16:22 Uhr

Diese Aussage krönt Ihren Nickname und stellt Sie in eine Reihe mit Platon, Hegel, Kant, Schleiermacher...

Vielleicht braucht ja das ein oder andere lokale Unternehmen (s)eine Landesbank, da seine Finanzierungen zu groß sind für die lokale Sparkasse und die einschlägigen Privatbanken (brauchen Sie wenigstens die, zufällig?) sich lieber in London und NYC tummeln? Glaube Sie, daß eine Deutsche Bank sich mit lokalen Agrarbetrieben "abgibt"? Träumen Sie weiter in Ihrer Studierstube, und lesen Sie noch öfters die Zeitung mit den großen Buchstaben und den vielen bunten Bildern.

The_cat_is_in_the_sack

17.11.2011, 16:53 Uhr

Alt-Politiker Abschiebebahnhöfe privatisieren und konkursfähig machen.

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