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02.02.2011

20:58 Uhr

Moskau

Razzia in der Deutschen Bank

VonFlorian Willershausen

Bei der Durchsuchung einer Filiale der Deutschen Bank haben Ermittlungsbeamte des russischen Innenministeriums Akten beschlagnahmt. Die Razzia steht im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Millionenbetrug zweier Moskauer Geschäftsmänner.

Das Gebäude der Deutschen Bank in Moskau: Die beschlagnahmten Dokumente sollen in einem mutmaßlichen Betrugsfall weiterhelfen. dpa

Das Gebäude der Deutschen Bank in Moskau: Die beschlagnahmten Dokumente sollen in einem mutmaßlichen Betrugsfall weiterhelfen.

MOSKAU. Wenn ein Staatsanwalt in Russland einen Durchsuchungsbefehl unterschreibt, rücken zumeist maskierte Polizisten an – schnell und beileibe nicht dezent im Auftreten. Am Mittwoch war die Moskauer Filiale der Deutschen Bank Schauplatz einer Razzia. Die Mitarbeiter des Innenministeriums durchsuchten die Geschäftsräume am Ufer des Flusses Moskwa und beschlagnahmten Akten.

Was zurückbleibt, ist ein schlechtes Licht, das eine Razzia zwangsläufig auf das Objekt der Durchsuchung wirft. Zumal ein Betrugsfall der Grund für die Hausdurchsuchung ist: Dokumente, die in den Räumen der Deutschen Bank beschlagnahmt wurden, sollen der Anklage gegen zwei Moskauer Geschäftsleute dienen, die des Betrugs bei der Sanierung des kremlnahen Nobelhotels „Moskau“ bezichtigt werden.

Das Fünf-Sterne-Hotel unweit des Roten Platzes stammt aus der Stalin-Zeit und wird seit 2004 umfassend rekonstruiert. Einer der Investoren ist Vitalij Gogochija, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, im Verlauf des Bauprojekts knapp 64 Millionen Euro aus dem Haushalt der Stadt Moskau veruntreut zu haben. Der Investor behauptet dagegen, im Auftrag seines früheren Chefs gehandelt zu haben: Aschot Jegisarjan, bis vor kurzem Abgeordneter der Staatsduma, der per internationalem Haftbefehl gesucht wird.

Welche Rolle die Deutsche Bank in diesem Betrugsfall spielt, ist unklar. Vorstellbar ist, dass das Frankfurter Bankhaus einen Kredit an den Unternehmer bewilligt hat – oder dieser dort lediglich ein Konto führt. Die Bank selbst wollte sich am Mittwoch nicht zu den Hintergründen des Strafverfahrens und zur Durchsuchungsaktion äußern. In Moskau ist unterdessen zu hören, dass die Fahnder auf der Suche nach Dokumenten waren, die einen Zusammenhang zwischen Investor Gogochija und seinem Ex-Chef Jegisarjan belegen.

Offenbar hätte die Durchsuchung vermieden werden können: Russlands Nachrichtenagentur Interfax berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Ermittlungskreise, die Razzia sei notwendig geworden, da die Bank die freiwillige Herausgabe der Dokumente verweigert habe – unter Verweis auf das Bankgeheimnis.

Kommentare (3)

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Anton Höller

02.02.2011, 22:27 Uhr

"bei der Durchsuchung einer Filiale der Deutschen bank Ermittlungsbeamte des russischen innenministeriums Akten beschlagnahmt."

Leider ist dieser Satz weder deutsch noch verständlich :-)

AndreAdrian

02.02.2011, 22:45 Uhr

Das bankgeheimnis

ist eine heilige Kuh. Leider wird diese heilige Kuh heutzutage fast nur noch von den Schlangen Veruntreuung und Steuerhinterziehung bewohnt. Es denkt auch kein banker daran, wenn er die heilige Kuh hochhält, kann das Volk unter den Talar schauen, und da ist der Muff von tausend Jahren.

Pandora0611

02.02.2011, 22:50 Uhr

Jetzt wundert mich die "Gewinnwarnung" von Ackermann nicht mehr.
pecunia non olet.

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