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05.01.2006

18:26 Uhr

Münchener Rück

Nur noch Nummer Zwei

VonChristoph Hardt

Glaubt man dem Chef der Münchener Rück, dann spielt es keine Rolle, dass der Traditionskonzern künftig nicht mehr die Nummer eins des Rückversicherungsgeschäfts ist. Doch in Wirklichkeit dürfte das Selbstbewusstsein sehr wohl angekratzt sein. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

MÜNCHEN. Größe allein ist keine Größe. Glaubt man Nikolaus von Bomhard, dem Chef der Münchener Rück, dann spielt es für den Traditionskonzern von der Münchener Königinstraße so gut wie keine Rolle, dass er künftig nicht mehr die Nummer eins des weltweiten Rückversicherungsgeschäfts ist. Nach der Übernahme der amerikanischen General Re darf sich künftig der große Konkurrent aus Zürich, die Swiss Re, mit diesem Etikett schmückenUnd noch etwas verschmerzen die Münchener angeblich ohne Probleme: Dass sie von der bedeutenden Ratingagentur Standard&Poor’s, anders als die wichtigsten Konkurrenten, noch immer keine AA-Bewertung bekommen haben.

Dabei muss man keine Details der bald 126-jährigen Geschichte der Münchener wissen, um abschätzen zu können, dass beide Tatsachen dazu angetan sind, am durchaus gehobenen Selbstbewusstsein der Münchener zu kratzen. Natürlich würde das niemand zugeben in der Vorstandsetage, das würde dem Stil des Hauses auch nicht entsprechen. Dennoch ... Auch deshalb darf man für das Jahr 2006 gespannt sein.

Eine größere Übernahme dürfte dabei nicht ins Haus stehen, mehrfach hat der Vorstandschef angedeutet, dass er keinen Grund sehe, irgendeinen Rückversicherer komplett zu übernehmen. Wenn überhaupt, gehe es um bestimmte Geschäftseinheiten, aber auch da werde man sehr selektiv vorgehen, so von Bomhard. Ihm sei es viel wichtiger, dass die Münchener Rück in einem Punkt unbestritten Weltmarktführer bleibe: dem Renomée in der Branche.

Tatsächlich hat die Münchener Rück im Jahr 2005 eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit bewiesen. Die wohl härteste Sturmsaison der jüngeren Geschichte ging zwar nicht spurlos am Rückversicherer vorbei, doch wird der Konzern sein hochgestecktes Ergebnisziel von zwölf Prozent Gewinn auf das Eigenkapital (ROE) trotz Rita&Co. bestätigen. Natürlich waren dafür auch Sondererträge aus den bedeutenden Aktienverkäufen der Münchener mitverantwortlich. Dennoch: Im Gegensatz zur Konkurrenz haben die Münchener Wort gehalten, die Aktionäre können sich auf eine höhere Dividende freuen. Apropos Return on Equity (ROE): von Bomhard ist gar nicht froh mit diesem Indikator für Wertschaffung. Seine Position: ROE bildet die Risikopositionen von Versicherungsunternehmen nicht vollständig ab. Er will daher womöglich schon auf der Bilanzpressekonferenz am 14. März eine Zielgröße anbieten, die seinem Verständnis von Rentabilität im Konzern besser abbildet.

Glaubt man den Analysten, dann wird die Aktie der Gesellschaft auch in diesem Jahr eine gute Performance beweisen – zuletzt gehörte sie ja zu den Dax-Favoriten. Nach der jüngsten Analyse von Sal. Oppenheim ist das Papier ein „Strong Buy“, der faire Wert wird derzeit auf 122 Euro taxiert – bei einer sehr konservativen Annahme, wie es heißt. Derzeit steht das Papier bei rund 114 Euro. Vor allem loben die Analysten die überzeugende Verringerung der kumulierten Risiken im Konzern und die Sparerfolge bei der Erstversicherungstochter Ergo.

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