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28.01.2010

15:41 Uhr

M&A-Markt

Fusionen und Übernahmen sind wieder im Kommen

VonMichael Maisch

Das Jahr 2010 hat für die Investmentbanker mit einer guten Nachricht begonnen. Die zwölf Mrd. Pfund schwere Übernahme des britischen Schokoladenkonzerns Cadbury durch den US-Lebensmittelriesen Kraft haucht dem angeschlagenen Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) in Europa wieder etwas Leben ein. Die Mehrzahl der Experten rechnet mit einer spürbaren Erholung.

Kraftakt: Der Lebensmittelriese hat wieder Bewegung in den M&A-Markt gebracht. Quelle: ap

Kraftakt: Der Lebensmittelriese hat wieder Bewegung in den M&A-Markt gebracht.

LONDON. Auch wenn das Niveau der Boomjahre 2006 und 2007 noch immer weit entfernt bleiben dürfte, rechnet die Mehrheit der Experten mit einer spürbaren Belebung des M&A-Marktes. Die Investmentbanker von UBS erwarten in Europa 2010 beispielsweise einen Anstieg des M&A-Volumens um 15 Prozent. 2009 war für das Geschäft mit Übernahmen ein verlorenes Jahr. In Europa brach der Wert von Firmenkäufen und Verkäufen auf 680 Mrd. Dollar ein. Zum Vergleich: 2007, im letzten Jahr vor Ausbruch der Finanzkrise wagten sich Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften noch an Transaktionen mit einem Wert von 1,9 Bio. Dollar.

Jeremy Parr von der Anwaltskanzlei Allen & Overy macht für den Einbruch im vergangenen Jahr vor allem zwei Trends verantwortlich: Zum einen fehlte es an der Finanzierung durch die noch immer angeschlagenen Banken. Zum anderen seien viele Unternehmen mit der Bewältigung der Wirtschaftskrise vollauf beschäftigt gewesen. „2009 war das Jahr in dem die Bilanzen repariert und das Überleben gesichert werden musste“, sagt Parr.

Das könnte sich in diesem Jahr ändern. „Nachdem die Unternehmen zwei Jahre lang damit verbracht haben, Kosten zu senken, und ihre Finanzierung zu sichern, verschiebt sich der Fokus vieler Vorstandschefs wieder in Richtung Wachstum, und am schnellsten lässt sich Wachstum durch Übernahmen erreichen“, sagt ein Londoner Investmentbanker.

Auch auf der Finanzierungsseite deutet sich etwas Entspannung an. Kraft wird den Baranteil des Kaufpreises für Cadbury mit Krediten über 9,5 Mrd.Dollar finanzieren und konnte sich dafür die Unterstützung von neun Banken sichern, darunter die Deutsche Bank, die Citigroup und die Credit Suisse. „Unternehmen mit guter Bonitätsbewertung, einem starken Cash-Flow und einer stimmigen Strategie fällt es wieder etwas leichter sich Mittel für eine Übernahme zu besorgen“, bestätigt Allen & Overy-Partner Parr.

Die Finanzierungsbedingungen haben sich bereits Ende 2009 verbessert. Im November genehmigten die Banken den Daten des Analysehauses Dealogic zufolge Kredite von 30 Mrd. Dollar für Übernahmen. Das war mehr als in den sieben vorherigen Monaten zusammen. Acht der größten angekündigten Deals waren Finanzierungen mit hohem Kredithebel (Leveraged Buy-outs) von Beteiligungsgesellschaften – ein Signal für höhere Risikobereitschaft der Banken. „Die Rückkehr von Private Equity ist sicherlich eines der positivsten Signale für eine allmähliche Erholung des M&A-Marktes“, heißt es bei einer auf die Fusionsberatung spezialisierten Investmentbank.

Tatsächlich scheinen die Beteiligungsgesellschaften wieder mutiger zu werden. Am Mittwoch kündigte die US-Firma KKR den Kauf des britischen Einzelhändlers Pets at Home für 955 Mio. Pfund an. Außerdem arbeiten mehrere Private-Equity-Gesellschaften an der Finanzierung möglicher Angebote für Deutschlands größten Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland.

Finanzkreisen zufolge sind die Banken bereit, für den bis zu fünf Mrd. Euro teuren Deal Kredite von 3,5 bis vier Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen. Das wäre das mit Abstand größte Kreditpaket, das Finanzinvestoren in Europa seit Beginn der Finanzkrise erhalten haben.

Kommentare (1)

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Christoph Duwe

01.02.2010, 00:19 Uhr

in unserem Transaktionssegment (Firmen mit Jahresumsätzen unter 50 Mio. €) waren die Abschlüsse in 2009 sehr erfolgreich, Neuprojekte waren dagegen deutlich zurückgegangen. Das hat sich aber seit Jahresende deutlich verbessert.

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