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04.01.2011

09:07 Uhr

Munich Re

Die Natur schlägt brutal zurück

VonThomas Schmitt

Rückversicherer Munich Re erwartet im kommenden Jahr aufgrund des Klimawandels mehr Unwetter und Überschwemmungen. 2010 hatte der Katastrophenspezialist bei den Schäden aber Glück: Trotz einer vergleichsweise hohen Zahl an Naturkatastrophen lagen die Schäden nur knapp über dem Zehnjahresdurchschnitt.

Menschen in der vom Erdbeben zerstörten haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince im vergangenen Jahr DAPD

Menschen in der vom Erdbeben zerstörten haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince im vergangenen Jahr

FRANKFURT. Der Katastrophenspezialist Munich Re rechnet mit höheren Schäden aufgrund des Klimawandels. Vor allem die Verwüstungen durch Wirbelstürme in Nordamerika könnten aufgrund der Erwärmung der Weltmeere wieder zunehmen, warnt der Rückversicherer in seiner Katastrophenbilanz für 2010.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 950 Naturkatastrophen verzeichnet worden. Etwa 90 Prozent davon seien wetterbedingt, also Stürme, Unwetter oder Überschwemmungen. "Damit war 2010 das Jahr mit der zweithöchsten Zahl an Naturkatastrophen seit 1980", folgern die Klimaspezialisten aus München in ihrer Bilanz. Die Zahl der Katastrophen habe auch den Durchschnitt der letzten zehn Jahre übertroffen.

Versicherer zahlen 37 Milliarden Dollar für Katastrophenschäden

Die Versicherer haben dabei in erster Linie einige Erdbeben belastet, vor allem die Erschütterungen in Chile. Die Hurrikan-Saison über dem Nordatlantik verursachte dagegen kaum Schäden. Das hatte vor einem Monat auch der Konkurrent Swiss Re festgestellt. Die beiden Katastrophenspezialisten schätzen die versicherten Schäden auf 36 bis 37 Milliarden Dollar. Das ist gegenüber dem niedrigen Vorjahreswert ein Anstieg um rund 14 Milliarden Dollar und liegt leicht über dem Zehnjahresdurchschnitt.

Deutlich höher schätzen die beiden Versicherer aber die volkswirtschaftlichen Schäden. Munich Re geht hier von 130 Milliarden Dollar aus, Swiss Re kommt aufgrund anderer Berechnungsmethoden auf 222 Milliarden Dollar. Zu den hohen ökonomischen Schäden trugen vor allem Erdbeben in Regionen wie Haiti oder China bei, die schlecht versichert sind.

In den stark versicherten Regionen Nordamerikas fielen dagegen weniger Schäden als erwartet an. Durch günstige Wetterlagen wurde die US-Küste von keinem Hurrikan getroffen. Oft drehten die Stürme auf dem Meer in Richtung Nordosten ab und streiften nur einige Inseln in der Karibik.

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