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26.08.2014

13:01 Uhr

Nach 209 Jahren

Privatbank Pictet öffnet erstmals ihre Bücher

Die Privatbank Pictet veröffentlichte 209 Jahre keine Bilanz und gewährte keinen Einblick ins Geschäft. Nun bricht der drittgrößte Vermögensverwalter mit dieser Tradition. Allerdings nicht ganz freiwillig.

Die Privatbank Pictet ändert seine Rechtsform und ist jetzt zur Bilanzvorlage verpflichtet. AFP

Die Privatbank Pictet ändert seine Rechtsform und ist jetzt zur Bilanzvorlage verpflichtet.

ZürichVerschwiegenheit und Diskretion waren für die Schweizer Privatbank Pictet jahrzehntelang oberstes Gebot. Doch nun lässt sich die Genfer Bank zum ersten Mal in ihrer 209-jährigen Geschichte in die Bücher blicken. Und das zeigt: Pictet ist nach den Großbanken UBS und Credit Suisse der drittgrößte Vermögensverwalter des Landes und auch bei der Profitabilität in der Spitzengruppe.

Pictet ist in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewachsen. Als der geschäftsführende Teilhaber Jacques de Saussure 1980 einstieg, verwaltete das Institut nicht einmal zehn Milliarden Franken. Heute sind es 319 Milliarden Franken (264 Milliarden Euro). Das starke Wachstum hat das von acht Teilhabern geführte Unternehmen aus eigener Kraft geschafft. Auch die laufende Konsolidierung unter den Schweizer Privatbanken, bei der immer wieder Banken auf den Markt kommen, ist für de Saussure kein Grund für einen Kurswechsel. "Große Übernahmen und Zusammenschlüsse sind nicht in unserer DNA", erklärte de Saussure im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Einzelne Mitarbeiter oder Teams von strauchelnden Konkurrenten abzuwerben, komme aber durchaus infrage.

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Der Profitabilität hat das hohe Wachstumstempo nicht geschadet. Im ersten Halbjahr 2014 erzielte die Bank einen Gewinn von 203 Millionen Franken. Den Vorjahreswert behält Pictet zwar für sich. Ein Vergleich mit anderen Banken zeigt aber, dass Pictet in der obersten Liga mitspielt. Die Bank kommt auf eine Eigenkapitalrendite von 17,6 Prozent. Einer kürzlich von der Beratungsfirma KPMG veröffentlichten Auswertung von Geschäftsberichten zufolge liegt der Branchendurchschnitt bei lediglich 3,3 Prozent. Bei der Nummer vier der Schweizer Vermögensverwalter, Julius Bär, sind es 16,2 Prozent.

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