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06.07.2014

19:48 Uhr

Nach BNP-Rekordstrafe

Frankreich bangt nicht um andere Banken

Nach der Rekordstrafe für die Großbank BNP Paribas in den USA glaubt der französische Finanzminister nicht an weitere Ermittlungen von US-Behörden gegen heimische Banken. Das drohe eher anderen europäischen Geldhäusern.

Die französische Großbank zahlt die bislang höchste Strafe für eine europäische Bank wegen Verstößen gegen US-Sanktionen. Reuters

Die französische Großbank zahlt die bislang höchste Strafe für eine europäische Bank wegen Verstößen gegen US-Sanktionen.

Aix-en-ProvenceNach der Rekordstrafe für die Großbank BNP Paribas in den USA fürchtet die französische Regierung nicht weitere Ermittlungen von US-Behörden gegen heimische Banken. „Ich denke, dieses Risiko wird eher von anderen sehr großen europäischen Banken wahrgenommen“, sagte der französische Finanzminister Michel Sapin am Sonntag. US-Kreisen zufolge wird auch gegen die BNP-Rivalen Societe Generale und Credit Agricole sowie gegen die Deutsche Bank wegen möglicher Verstöße gegen amerikanische Sanktionen ermittelt.

Früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge ist auch die Commerzbank ins Visier der US-Ermittler geraten. Sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank erwarten demnach aber deutlich geringere Strafen und dies auch nicht kurzfristig. Die französische Großbank BNP zahlt mit fast neun Milliarden Dollar die bislang höchste Strafe für eine europäische Bank wegen Verstößen gegen US-Sanktionen, die Geschäfte mit dem Sudan, dem Iran und Kuba betreffen.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.


Von

rtr

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