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29.06.2016

09:49 Uhr

Nach Brexit-Referendum

EU-Bankenaufsicht könnte nach Frankfurt ziehen

Die „European Banking Authority“ legt Regeln für Banken in der gesamten Europäischen Union fest. Ihr größtes Problem ist derzeit ihr Sitz: London. Das Rennen um einen neuen Standort ist eröffnet.

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank – für große Institute in der Euro-Zone – ist bereits in der Stadt. dpa

Frankfurter Skyline

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank – für große Institute in der Euro-Zone – ist bereits in der Stadt.

Frankfurt/DüsseldorfDie EU-Behörde für Bankenregulierung (EBA) wird hochrangigen EU-Kreisen zufolge wegen des Brexit-Votums voraussichtlich nach Frankfurt oder Paris umsiedeln. Die Idee von einer Union der vielen Währungen sei am Ende, sagte ein EU-Vertreter am Dienstag. „Deshalb wird die EBA entweder nach Paris oder nach Frankfurt umziehen.“

Die aktuell in London ansässige Behörde legt mit ihren 159 Beschäftigten die Bankenregeln für die EU fest und überwacht diese. Neben der EBA sitzen noch weitere wichtige EU-Behörden in Großbritannien. Auch sie müssten das Land nach einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) wohl verlassen.

Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt bekommen Schützenhilfe vom privaten Bankenverband BdB im Ringen um die EBA und aus London möglicherweise verlagerte Bankarbeitsplätze. „Auch wenn noch unklar ist, welche Institutionen und Arbeitsplätze von London wegverlagert werden: Der Bankenverband wird sich gemeinsam mit der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung und allen Playern in der deutschen Finanzbranche dafür einsetzen, den attraktiven und stabilen Finanzplatz Frankfurt weiter zu stärken“, so Hans-Walter Peters, Präsident des Bankenverbandes. Neben der Behörde stehen auch viele Abteilungen von Banken auf dem Sprung aus der britischen Hauptstadt – wenn auch nicht kurzfristig, so aber wohl bis zum endgültigen EU-Abschied des Landes.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Der oberste deutsche Finanzaufseher, Bafin-Präsident Felix Hufeld, hatte am Dienstag gesagt, dass Frankfurt nicht alleine vom möglichen Bedeutungsverlust Londons für die Finanzwelt profitieren werde. Die Stadt müsse sich anstrengen, um im Standortwettbewerb Erfolge zu erzielen. Klar sei, dass die EBA aus London wegziehen müsse: „Aber da ist Frankfurt nicht allein.“ In der Stadt am Main sitzen die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Bankenaufsicht für die Euro-Staaten und die Versicherungsaufsicht Eiopa.

Kommentare (40)

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29.06.2016, 11:04 Uhr

London bzw. GB wird froh sein, dass sie die Überwacher, Bevormunder und Agenten der EU-Bankaufsicht aus Ihren Land verabschieden werden können.
GB hat ja nicht nur eine eigene Währung sondern hat mit dem Brexit auch seine Selbstbestimmung und freie Marktwirtschaft (Regeln und Gesetze) wieder zurück errungen. Da braucht es wirklich keiner Bevormundenden EU-Lobbyregel Bankenaufsicht.

Herr Tom Schmidt

29.06.2016, 11:16 Uhr

Nur wird diese freie Markrtwirtschaft GB einen verdammt heissen Tanz liefern, wenn das britische Pfund nicht mehr die Rolle spielt wie heute, sondern nur eine Währung eines Inselstaates ohne Schottland, der glaubt er könne von Finanzdienstleistungen leben. Und ist der Lack erst einmal ab, dann bleibt ja nicht soviel übrig in GB.

Frau Pia Paff

29.06.2016, 11:26 Uhr

Im Zwinger meiner 3 Pittbulls habe ich noch Platz für einige Banker.

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