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09.12.2016

13:05 Uhr

Nach dem Brexit-Votum

Britische Banken fordern längere Übergangsfrist

Wenn es nach den britischen Banken geht, wird die Übergangsfrist nach dem Brexit-Votum verlängert. Andernfalls drohe der britischen und der europäischen Wirtschaft ein Schock, weil Dienstleistungen wegfallen.

Für drei bis fünf Jahre sollten die EU-Gesetze weiter gelten und der europäische Gerichtshof als oberste Instanz für Fragen der Branche zuständig sein. AFP; Files; Francois Guillot

Britische Banken wollen längere Übergangsfristen

Für drei bis fünf Jahre sollten die EU-Gesetze weiter gelten und der europäische Gerichtshof als oberste Instanz für Fragen der Branche zuständig sein.

LondonBritische Banken fordern bei einem Ausscheiden des Landes aus der Europäischen Union längere Übergangszeiten. Für drei bis fünf Jahre sollten die EU-Gesetze weiter gelten und der Europäische Gerichtshof als oberste Instanz für Fragen der Branche zuständig sein, heißt es einem Rechtsgutachten, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Sonst drohe der britischen und der europäischen Wirtschaft ein Schock, weil entscheidende Dienstleistungen wegfallen könnten.

Laut einem Bericht der „Financial Times“ soll der britische Brexit-Minister David Davis allerdings kein großes Interesse an einer solchen Regelung haben. Eine Sprecherin von Regierungschefin Theresa May sagte zu dem Bericht, das dort zitierte Memo sei eine Interpretation der Diskussion. Das Blatt zitierte ein Protokoll eines privaten Treffens von Davis mit Vertretern der Londoner City Mitte November.

Britische Banken befürchten, dass es ohne Übergangsfristen manchen Instituten nicht gelingen könnte, wichtige Bereiche von Großbritannien in EU-Länder zu verlagern beziehungsweise eigene Abteilungen in Großbritannien zu gründen. Das könne dazu führen, dass sie womöglich manche Angebote abrupt einstellen müssten, hieß es in dem Gutachten.

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Das Finanzministerium erklärte, Minister Philip Hammond achte grundsätzlich genau auf die Einschätzungen der Branche. Zu dem Dokument selbst lehnte das Ministerium eine Stellungnahme ab. Auch die mit dem Gutachten beauftragten Rechtsanwaltskanzleien Linklater, Freshfields und Clifford Chance äußerten sich nicht.

Der britische Notenbankchef Mark Carney hatte sich unlängst deutlich für eine längere Übergangsfrist ausgesprochen, um Verwerfungen zu vermeiden. Die EU und Großbritannien streben derzeit einen Abschluss der Brexit-Verhandlungen bis Oktober 2018 an. Das Brexit-Votum wirkt sich inzwischen immer mehr auf die Inflationserwartungen aus. So rechnen einer Umfrage der Bank von England zufolge die Briten nun 2017 mit einer Teuerung von 2,8 Prozent. Im August wurden noch 2,2 Prozent erwartet. Die Teuerungsrate in Großbritannien lag im Oktober bei 0,9 Prozent.

Von

rtr

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